Sturmbilder von der Venus
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Sturmbilder von der Venus

Zwei Tage nach ihrem Einschwenken in die Umlaufbahn des erdnächsten Planeten hat die europäische Raumsonde «Venus Express» erste Bilder zur Erde gefunkt.

Wie die Max-Planck-Gesellschaft am Donnerstag in München mitteilte, sind darauf erstmals Wolkenformationen über dem Südpol der Venus zu sehen. Bisher habe es überhaupt keine Aufnahmen dieser Region gegeben, erklärte Dimitri Titov, der die Mission koordiniert. In der kommenden Woche soll die Sonde auf eine niedrigere Umlaufbahn manövriert werden. Dann seien detailliertere Ergebnisse zu erwarten, fügte er hinzu.

«Venus Express» ist die erste Mission zur 400 Millionen Kilometer entfernten Nachbarin der Erde seit dem Abschluss der US-Mission Magellan 1994. Die Sonde soll Anfang Mai ihre endgültige 24-Stunden-Bahn um den «Morgenstern» erreichen.

Von dort soll sie mindestens 486 Tage lang, das entspricht zwei Venus-Tagen, Beobachtungen durchführen. Eventuell könnte die Mission um den gleichen Zeitraum verlängert werden. Eine Landung auf der Venus ist nicht vorgesehen.

Hauptziel der 220 Millionen Euro teuren Mission ist die Erforschung der Atmosphäre. Dabei geht es vor allem um deren wechselnde Zusammensetzung je nach Höhe, ihre Zirkulation um den Planeten sowie die Wechselwirkung der Atmosphäre mit dem Sonnenwind.

Die Sonde war im November 2005 mit einer Sojus-Rakete von der russischen Bodenstation Baikonur in Kasachstan ins All geschossen worden. Überwacht wird die Mission im Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt. (dapd)

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