Aktualisiert 11.01.2010 11:47

Katastrophenfall aufgehoben

Sturmtief «Daisy» lässt nach

Nach Schnee und Sturm am Wochenende hat sich die Lage in Nordostdeutschland entspannt. In der besonders schwer betroffenen Region Ostvorpommern wurde der Katastrophenfall nach mehr als 15 Stunden wieder aufgehoben.

«Wir haben bis auf fünf Ortslagen wieder alle Wege freigeräumt», meldete Behördenleiter Burghard Nass auf Fehmarn. «Die ganze Nacht über haben wir unter Einsatz schwerer Geräte, mit Schneefräsen, Radladern und Baggern gearbeitet.» Menschen seien in dem Schneesturm nach derzeitiger Erkenntnis nicht zu Schaden gekommen.

Bürgermeister Otto-Uwe Schmiedt verwies darauf, dass die gewaltigen Schneemassen bei anhaltenden Minusgraden nicht von heute auf morgen schmölzen. «Bis sich die Situation wieder normalisiert, kann es noch Tage und Wochen dauern», sagte Schmiedt der Nachrichtenagentur DAPD. «Manche Strassen sehen aus wie Eiskanäle einer Bobrodelbahn.»

Dammdurchbruch verhindert

Mit grossen Anstrengungen auch freiwilliger Helfer gelang es, einen Deichdurchbruch am Fehmarn-Sund zu verhindern. «Wir haben acht Lkw-Ladungen voller Sandsäcke zur Sicherung benötigt», sagte der Fachbereichsleiter Bauen und Häfen auf Fehmarn. Zusätzlich sei die von Wasser unterspülte Stelle im Deich mit Pfählen abgestützt worden. Der starke Seegang bei Windstärke Neun hatte am Sonntag die Wallanlagen aufgeweicht. Entwarnung wurde auch für den Deich in Dahmeshöved geben, der mit Findlingen und grossen Steinen gesichert wurde.

In Mecklenburg-Vorpommern waren meisten Bundes- und Landesstrassen seit Montagvormittag wieder befahrbar, wenn auch teilweise mit Einschränkungen, wie das Innenministerium mitteilte. Die Verkehrslage werde sich im Laufe des Tages weiter normalisieren. In der Region Ostvorpommern wurde der am Sonntag ausgerufene Katastrophenfall nach mehr als 15 Stunden aufgehoben.

Keine Busse - Schulen geschlossen

Die A20 in Fahrtrichtung Stettin war zwischen Rügenzubringer und Gützkow/Jarmen wieder einspurig befahrbar, blieb in Fahrtrichtung Lübeck bei Gützkow bis Greifswald aber gesperrt. Am Vormittag mussten erneut Teile der Bundesstrassen 109, 100 und 111 voll gesperrt werden. Eine Aufhebung der Sperren wurde für den Tagesverlauf in Aussicht gestellt.

In den Küstenkreisen wurde der Öffentliche Personennahverkehr den Angaben zufolge am Montag teilweise und in einigen Gebieten des Landkreises Nordvorpommern völlig eingestellt.

In Schleswig-Holstein hat die Verkehrslage auf den Strassen entspannt. «Wir haben im ganzen Land keine Sperrungen mehr», sagte ein Polizeisprecher. Der Schienenverkehr war nach Bahnangaben noch auf einigen Strecken wegen Schneeverwehungen beeinträchtigt.

In ganz Mecklenburg-Vorpommern fiel am Montag der Unterricht aus, in fünf Landkreisen Schleswig-Holsteins blieben die öffentlichen Schulen zu. In elf niedersächsischen Landkreisen sowie in Wolfsburg und Emden waren allgemein- und berufsbildende Schulen geschlossen, in zwei weiteren Kreisen nur die allgemeinbildenden.

Kaum noch Probleme auf Frankfurter Flughafen

In anderen Teilen Deutschland war es zwar winterlich, grössere Behinderungen blieben aber meist aus. Zahlreiche Unfälle auf glatten Strassen gab es in Nordhessen, in Frankfurt wurde nach einem Unfall mit einem Linienbus ein wichtige Durchgangsstrasse gesperrt. Am dortigen Flughafen normalisierte sich der Verkehr, zunächst wurden nur 15 Starts und Landungen annulliert. Alle drei Bahnen auf dem Flughafen waren im Betrieb.

Der Deutsche Wetterdienst stellte für die kommenden Tage ruhiges Winterwetter in Aussicht, aber keine durchgreifende Milderung. Der Wind an der Küste soll abflauen, was die Gefahr von Schneeverwehungen geringer werden lasse, teilte der DWD mit. Doch sorgt Hoch «Bob» nach dem Abzug von Schneetief «Daisy» dafür, dass es kalt bleibt. (dapd)

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