Sudan: Calmy-Rey «schockiert»
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Sudan: Calmy-Rey «schockiert»

Bundesrätin Micheline Calmy-Rey hat sich nach ihrem Besuchstag in der westsudanesischen Darfur-Region «schockiert» über die humanitäre Situation gezeigt.

Befriedigend sei hingegen die Tatsache, dass Schweizer Hilfsorganisation vor Ort agieren würden.

«Ich bin schockiert über das Ausmass der humanitären Katastrophe», sagte die Vorsteherin des Eidg. Departementes für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag in einem Interview des Westschweizer Radios (RSR).

Der Zugang für Hilfsorganisationen in die Krisenregion Darfur scheine heute einfacher zu sein. Trotzdem gebe es aus Sicherheitsgründen immer noch Orte, zu welchen Hilfsorganisationen keinen Zugang hätten, sagte Calmy-Rey einen Tag nach ihrer Ankunft in Darfur.

Hilfe aus der Schweiz

In Anbetracht des Ausmasses der menschlichen Tragödie, zeigte sich die Aussenministerin erleichtert über die Erhöhung der Schweizer Hilfsgelder. Bern bewilligte ein Budget für das laufenden Jahr von 10 Millionen Franken, im Vergleich zu 6,4 Millionen für 2003.

Die Gelder fliessen an Organisationen wie das Welternährungsprogramm der UNO (WFP), das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlingen (UNHCR), das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und Schweizer Hilfsorganisationen wie Medair, die als einzige bereits bei Ausbruch des Konflikts vor Ort waren.

In Darfur drohen Hunderttausende zu verhungern, weil sie von den arabischen Milizen mit Unterstützung der Regierung aus ihren Dörfern vertrieben wurden. Etwa eine Million Menschen sind laut UNO- Angaben in Darfur auf der Flucht, 200 000 flohen in den benachbarten Tschad. Mindestens 10 000 Menschen wurden getötet.

Schwieriger Prozess

Hinsichtlich eines dauerhaften Friedens für die Krisenregion äusserte sich die Aussenministerin skeptisch. Dies «seien lange und schwierige Prozesse». Gleichzeitig erinnerte die EDA-Vorsteherin aber daran, dass die Schweiz in Genf Anfang Juni eine internationle Geberkonferenz für Darfur massgebend unterstützt hatte.

Erfolg versprechend für die Stabilität der Region seien nur die gemeinsamen Bemühungen der internationalen Gemeinschaft. Die Schweiz allein könne in Darfur nichts bewirken.

Treffen mit NGO und Regierung

Am Samstag sind Gespräche mit der Regierung in Khartum vorgesehen. Dabei will Calmy-Rey den Darfur-Konflikt, die humanitäre Lage sowie den Friedensprozess im Süd-Sudan ansprechen.

Die Reise von Bundesrätin Calmy-Rey in die Krisenregion soll helfen, die Hilfsleistungen für die Flüchtlinge besser abzustimmen, teilte das EDA mit. Die Aussenministerin ist das erste Mitglied des Bundesrates, das in den Sudan reist.

(sda)

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