Sudan: Weg frei für Frieden?
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Sudan: Weg frei für Frieden?

In dem seit 21 Jahren andauernden Konflikt im Südsudan haben Regierung und Rebellen das letzte Rahmenabkommen unterzeichnet.

Damit soll der Weg frei gemacht werden zu einem Friedensschluss.

«Dies wird den Weg zu einem umfassenden Frieden ebnen», betonte sowohl der sudanesische Vizepräsident Ali Osman Taha als auch Rebellenführer John Garang in der Nacht zu Donnerstag am Verhandlungsort im kenianischen Naivasha.

«Es ist Zeit, die Waffen zu niederzulegen und die Werkzeuge des Wiederaufbaus zu ergreifen», sagte Garang. «Wir hoffen, dass dieser Frieden ausstrahlt auf andere Regionen, die sich vernachlässigt fühlen, wie Darfur im Westen des Landes.»

Darfur-Konflikt

Taha erwähnte die Krisenregion nicht. Seine Regierung steht derzeit unter heftigem internationalen Druck, die Menschenrechtsverletzungen dort zu beenden und Hilfsorganisationen freien Zugang zu gewähren.

Mit Unterstützung der sudanesischen Regierung kämpfen in der Darfur-Region arabische Nomaden-Milizen gegen die Befreiungsbewegung Sudans und die Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit, die von den lokalen Bauern unterstützt werden. Seit Beginn der Kämpfe im Februar vergangenen Jahres wurden dabei nach Angaben der UNO bis zu 10 000 Menschen getötet.

Südsudan: Nicht alle Streitpunkte geklärt

Regierung und SPLA-Rebellen einigten sich in ihrem jüngsten Abkommen auf die jeweiligen Anteile an der künftigen Regierung und den Status dreier umstrittener Gebiete in Südsudan. Ein zeitlich unbegrenzter Waffenstillstand steht jedoch noch aus, und zahlreiche praktische Details müssen noch geklärt werden.

Beide Seiten werden in den kommenden Wochen weiter verhandeln. Bislang verhandelten sie bereits zwei Jahre lang. Die Kämpfe der Rebellen des christlich-animistisch geprägten Südens des Landes gegen die moslemische Zentralregierung in Khartum dauern seit über zwei Jahrzehnten an. Der Südsudan ist reich an Erdöl.

Friedensschluss bis Juli

Der kenianische Vermittler Lazarus Sumbeiywo kündigte den Abschluss des umfassenden Friedensabkommens bis spätestens Mitte Juli an. «Es wird neue Ansprüche von beiden Seiten geben, doch eins steht fest: Der Sieger ist das sudanesische Volk», sagte Sumbeiywo.

Es sei darüber hinaus ein «Sieg für den ganzen Kontinent», sagte der kenianische Aussenminister Kalonzo Musyoka. Es sei zu hoffen, dass der Frieden sich im ganzen Sudan ausbreite, die Krisenregion Darfur im Westen des Landes eingeschlossen, fügte er hinzu.

Der Darfur-Konflikt war bei den Verhandlungen in Naivasha zwischen Khartum und SPLA-Rebellen offiziell nicht auf der Tagesordnung.

UNO bietet Hilfe an

UNO-Generalsekretär Kofi Annan begrüsste die Vereinbarungen. Er halte diese Entwicklung für «einen grossen Schritt nach vorne», teilte sein Sprecher am Sitz der UNO in New York mit. «Die Vereinten Nationen stehen bereit, um zu den Bemühungen beizutragen und bei der Umsetzung eines Friedensabkommen zu helfen.»

(sda)

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