Konflikt geht weiter: Sudanesen flüchten nach Äthiopien
Aktualisiert

Konflikt geht weiterSudanesen flüchten nach Äthiopien

Im Sudan ist auch nach der Abspaltung des Südens der Konflikt zwischen Rebellen und Regierung in vollem Gange. Grund ist der Osten des Landes. Tausende Menschen flüchten vor Luftangriffen.

Wegen der Anfang September im ostsudanesischen Bundesstaat Blauer Nil ausgebrochenen Gewalt sind bereits mindestens 25 000 Menschen ins Nachbarland Äthiopien geflohen. Das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) teilte am Dienstag mit, dass die Zahl voraussichtlich weiter steigen werde.

Am Montag und in der vergangenen Woche sei die sudanesische Luftwaffe erneut Angriffe geflogen, hiess es. Experten warnten unterdessen vor einem aufkeimenden Bürgerkrieg in dem Land.

Das UNHCR rief zusammen mit seinen Partnerorganisationen zu Spenden in Höhe von 18,3 Millionen Dollar auf, um in den kommenden Monaten mindestens 35 000 Flüchtlingen helfen zu können. Die äthiopische Regierung habe bereits Land zur Verfügung gestellt, auf dem in der Nähe der Grenzübergänge zum Sudan Transitcamps für mehrere Tausend Menschen eingerichtet werden sollen.

Unklare Zugehörigkeit

In der umkämpften Region am Blauen Nil leben rund 800 000 Menschen, die meisten von ihnen sind Bauern. «Der grösste Teil der Flüchtlinge sind Familien, die ihren ganzen Hausrat und ihr Vieh mitbringen», erklärte das UNHCR.

Nach der Teilung des Sudan im Juli ist immer noch nicht klar, zu welchem Land das Gebiet künftig gehören soll. Die sudanesische Armee kämpft deshalb weiter gegen Rebellengruppen, die Verbindungen zur im autonomen Südsudan regierenden Partei SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung) haben.

Auch in zwei weiteren Regionen, Südkordofan und Abyei, kommt es regelmässig zu Gewaltausbrüchen. Geplante Verhandlungen über eine friedliche Lösung hat es bisher nicht gegeben.

Die nichtstaatliche Organisation International Crisis Group (ICG) warnte am Dienstag, dass der gesamten Region ein Bürgerkrieg drohe. «Ein internationales Eingreifen ist nötig, um die Gewalt einzudämmen und zu verhindern, dass diese sich auf das ganze Land und die umliegende Region ausbreitet», hiess es in einem Bericht.

(sda)

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