Haus des Horrors: Südafrikaner foltert Frau und Kinder über Jahre
Aktualisiert

Haus des HorrorsSüdafrikaner foltert Frau und Kinder über Jahre

Zehn Jahre lang sperrte ein erfolgreicher Geschäftsmann seine Familie im Haus ein und misshandelte Frau und Kinder aufs Grausamste. Nur per Zufall flog er auf.

von
kmo

Eine Südafrikanerin und ihre fünf Kinder im Alter von zwei bis 16 Jahren durchlitten in der Stadt Springs zehn Jahre der Hölle. Ihr Mann hielt sie in seinem Haus fest und misshandelte sie Tag und Nacht. Niemand merkte etwas davon.

Bist am Montag vergangener Woche ein 11-jähriger Junge in panischer Angst aus dem Haus lief und die Nachbarn um Hilfe bat. Er fürchtete, dass sein Vater ihn umbringen wolle. Die Nachbarn hatten keine Ahnung, dass der Mann, der neben ihnen wohnte, eine Familie hatte, wie die Tageszeitung «Beeld» schreibt.

«Überall liefen Ratten herum»

Der Vater holte den Jungen umgehend zurück ins Haus. Die Nachbarn waren misstrauisch geworden und riefen die Polizei. Die Beamten trafen umgehend ein: «Wir fanden vier der Kinder. Das Haus war schmutzig, überall liefen Ratten herum, und die Kinder sassen wie versteinert da», sagte Polizist Rudi Jansen am Dienstag.

Als sie den 36-jährigen Vater nach dem 11-jährigen Jungen fragten, sagte dieser, der Bub sei von zu Hause weggelaufen. Er gab sich laut Aussagen der Polizei sehr besorgt, doch die Beamten hatten genug gesehen. Sie nahmen die vier Kinder gleich mit und brachten sie bei einer Hilfsorganisation unter. Danach setzten sie eine Suche nach dem vermissten 11-Jährigen an.

Mit Elektrokabeln und Lötkolben gefoltert

Erst am Donnerstag rang sich die Frau des Täters dazu durch, der Polizei zu sagen, dass der Vater den Junge versteckt habe. Darauf wurde dieser ebenfalls in Sicherheit gebracht. Der 36-jährige mutmassliche Täter wurde in Johannesburg in Polizeigewahrsam genommen.

Die Frau erzählte auch, wie ihr Mann sie und die Kinder jahrelang Tag und Nacht misshandelt hatte – unter anderem mit Elektrokabeln und Lötkolben. Sie selber wurde regelmässig gefesselt, geschlagen und vergewaltigt. Das Haus war voller Ketten, Seile und Porno-Filme. Laut medizinischen Untersuchungen wurde auch die 15-jährige Tochter, die noch nie das Haus verlassen hatte, sexuell missbraucht.

Täter ist ein erfolgreicher Geschäftsmann

Der Verdächtige ist laut Polizeiangaben ein erfolgreicher Geschäftsmann. Ihm wird unter anderem «versuchter Mord» vorgeworfen. Der Polizeisprecher sagte, nach einem ersten Gerichtstermin am Montag sei für Mittwoch eine weitere Anhörung angesetzt. Der Mann wolle eine Freilassung auf Kaution erwirken. «Beeld» zitierte einen Nachbarn mit den Worten: «Ich wusste nicht, dass er überhaupt Kinder hatte. Ich hatte keine Ahnung, dass wir jahrelang neben einem Monster lebten.»

(kmo/sda)

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