Aktualisiert 03.05.2006 05:35

Südamerikanischer Krisengipfel mit Evo Morales

Wenige Tage nach der Verstaatlichung der Öl- und Gasressourcen seines Landes will der bolivianische Präsident Evo Morales am Donnerstag mit mehreren Staatschefs der südamerikanischen Nachbarländer zusammentreffen.

Teilnehmer des Treffens in der argentinischen Stadt Puerto Iguazu seien Argentiniens Präsident Nestor Kirchner, sein brasilianischer Kollege Luiz Ignacio Lula da Silva und der venezolanische Präsident Hugo Chavez, verlautete am Mittwoch aus argentinischen Regierungskreisen.

Die von Morales verfügte Verstaatlichung der Öl- und Gasreserven Boliviens werde im Zentrum der Gespräche stehen. Die vier linksgerichteten Staatschefs hatten bereits Verständnis für Morales' Schritt angedeutet.

Bolivien ist das ärmste Land Südamerikas, hat aber nach Venezuela die zweitgrössten Erdgas-Ressourcen des Subkontinents. Seine grössten Abnehmer sind Argentinien und Brasilien. Lula da Silva hatte am Dienstag als Reaktion auf den Schritt Morales' umgehend eine Krisensitzung seines Kabinetts einberufen.

Morales versuchte am Mittwoch die Bedenken der Kritiker zu zerstreuen. Es werde keine Beschlagnahme oder Enteignung von Firmenbesitz geben, betonte er im Fernsehsender Telesur. Zu den wichtigsten Investoren in Bolivien zählen unter anderem die brasilianische Petrobras die britische BG Group, der französische Konzern Total sowie die spanische Repsol.

Morales hatte den ausländischen Unternehmen im Land eine Frist von 180 Tagen zum Abschliessen neuer Verträge gesetzt, ansonsten müssten sie ihre Geschäftstätigkeit in Bolivien beenden. Zudem kündigte er für die Zukunft weitere Verstaatlichungen von Bergbau, Forst- und Landwirtschaft an.

(sda)

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