Südanfluggegner erhielt Todesdrohungen per Post

Aktualisiert

Südanfluggegner erhielt Todesdrohungen per Post

Ein Südanfluggegner hat anonyme Todesdrohungen und einen Brief mit weissem Pulver erhalten. Trotzdem protestiert er weiter.

Kurt Staub* aus Gockhausen erhielt kürzlich einen anonymen Brief: «Von heute an hast du einen neuen Freund, der dich Tag und Nacht begleiten wird – den Tod», schreibt der Unbekannte wörtlich und stösst weitere Drohungen aus. Nur wenig später kam ein weiterer Briefumschlag, der weisses Pulver enthielt. «Das gibt einem zu denken», sagt Staub, der gestern erstmals über die makabren Drohungen sprach. Die Handschrift auf den beiden Umschlägen ist die gleiche, die Briefe wurden aber an zwei verschiedenen Orten aufgegeben.

Thomas Morf, Präsident des Vereins «Flugschneise Süd Nein», ist erstaunt: «Man wird zwar manchmal beschimpft, doch so massiv waren die Drohungen bisher noch nie.»

Morf und Staub standen gestern Morgen zusammen mit rund 400 weiteren Gegnern der Südanflüge in der Check-in-Halle 1 am Flughafen. Die Mahnwache der Fluglärmgegner aus der Südschneise hatte noch nie so viele Personen angezogen. Eine Frau aus Zumikon berichtet, wie sie nur noch mit Ohropax schlafen könne, andere sprechen von Wut und grosser Angst. Staub ist zudem enttäuscht: «Mein Glaube in den Rechtsstaat ist erschüttert.»

Ale×s Král

*Name von der Red. geändert.

Skyguide will Anpassung

Die ersten vier Tage mit Südanflügen waren ernüchternd. Jetzt fordern Skyguide und das Bazl eine Anpassung der Regelungen. «Die politischen Konflikte dürfen nicht auf dem Buckel der Lotsen ausgetragen werden», sagte Patrick Herr von Skyguide. Am Samstag war es zu chaotischen Situationen gekommen, als drei von Süden landende Jets wegen schlechter Sicht durchstarten mussten. Beim Ostanflug kam es später ebenfalls zu einem Durchstart. Erst dann flogen die Maschinen von Norden her an. Gestern waren wegen der Wettersituation keine Südanflüge möglich.

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