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Nach 62 JahrenSüdkorea hebt Seitensprung-Verbot auf

Seitensprünge waren in Südkorea seit 1953 verboten. Jetzt hebt das asiatische Land sein Gesetz auf. Eine naheliegende Gruppe verzeichnet nun Börsengewinne.

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Nach 62 Jahren Verbot, hebt Südkorea sein Seitensprung-Verbot auf. Am 25. Februar 2015 feiern das die Südkoreaner mit einem Besuch im Liebesmuseum in Seoul.

Nach 62 Jahren Verbot, hebt Südkorea sein Seitensprung-Verbot auf. Am 25. Februar 2015 feiern das die Südkoreaner mit einem Besuch im Liebesmuseum in Seoul.

AFP/ed Jones
Kondomhersteller verzeichnen nun Börsengewinne.

Kondomhersteller verzeichnen nun Börsengewinne.

AFP/ed Jones
Skurile Figuren im Liebes-Museum von Seoul.

Skurile Figuren im Liebes-Museum von Seoul.

AFP/ed Jones

Aussereheliche Affären werden in Südkorea nicht mehr bestraft. Das Verfassungsgericht des Landes hob ein entsprechendes und 62 Jahre altes Gesetz auf. Durch die alte Bestimmung sei die persönliche Freiheit des Einzelnen unterdrückt worden, hiess es in der Begründung am Donnerstag. Unmittelbar nach Bekanntgabe der Entscheidung stieg der Aktienkurs des Kondomherstellers Unidus Corp. an der südkoreanischen Kosdaq-Börse um 15 Prozent.

Von dem Urteil sind Tausende Menschen betroffen, die seit Ende 2008 eines Seitensprungs für schuldig befunden worden waren. Damals hatte das Gericht das Seitensprungverbot zunächst aufrechterhalten.

Über 50'000 Menschen verurteilt

Alle Verurteilten sind nun berechtigt, ein Wiederaufnahmeverfahren anzustreben. Seit November 2008 bis Januar 2015 wurden 5400 Menschen wegen Seitensprüngen angeklagt, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Sieben Richter des Gerichts stimmten für die Abschaffung des Gesetzes, zwei widersprachen. Um ein Gesetz abzuschaffen, müssen mindestens sechs Richter dafür sein. Seit 1990 war es das fünfte Mal, dass das Gericht die Abschaffung überprüft hatte.

Dem alten Gesetz zufolge konnte jemand, der Sex mit einer verheirateten Person hatte, die nicht sein Ehepartner war, mit bis zu zwei Jahren Gefängnis bestraft werden. Seit 1985 wurden fast 53000 Südkoreaner deswegen verurteilt, allerdings sind Haftstrafen selten. Unterstützer des Gesetzes meinten, dadurch werde Monogamie befördert, Familien blieben so intakt. Dagegen erklärten die Gegner, die Regierung habe nicht das Recht dazu, sich in das Privatleben der Menschen einzumischen.

Das Gesetz galt seit 1953. Die Debatte darüber hatte in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen, weil durch die sich schnell ändernden sozialen Trends die konservativen, traditionellen Werte infrage gestellt wurden. (sda)

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