Beleuchteter Turm: Südkorea provoziert mit Stahl-Christbaum
Aktualisiert

Beleuchteter TurmSüdkorea provoziert mit Stahl-Christbaum

Wenige Kilometer vor der Grenze zu Nordkorea haben Südkoreaner einen Stahlturm wie einen Christbaum beleuchtet. Nordkorea glaubt, dass seine Genossen so zum Christentum bekehrt werden sollen.

Südkoreaner haben an der Grenze zu Nordkorea eine riesige Leuchtinstallation in der Form eines Weihnachtsbaums eingeschaltet, die in der Vergangenheit mehrfach Spannungen ausgelöst hat. Das Verteidigungsministerium in Seoul gab am Sonntag bekannt, es habe christlichen Gruppen erlaubt, die Lichter des grossen Stahlturms einzuschalten. Er soll bis zum 2. Januar leuchten.

Der Turm steht auf einem Hügel nur wenige Kilometer von der militärisch bewachten Waffenstillstandslinie entfernt. Er kann aus einer nordkoreanischen Grenzstadt gesehen werden. Im vergangenen Jahr waren die Lichter aus geblieben, um einen Konflikt mit Nordkorea kurz nach dem Tod von Ex-Machthaber Kim Jong-Il zu vermeiden. Die Regierung in Pjöngjang hält Südkorea vor, die Menschen in Nordkorea mit der Installation zum Christentum bekehren zu wollen.

Nordkoreas Rakete mit 10'000 Kilometer Reichweite

Nordkorea hatte die Welt, allen voran Südkorea und Japan, zuletzt mit dem Abschuss einer Trägerrakete brüskiert. Die vor rund anderthalb Wochen ins All geschossene Rakete hatte nach südkoreanischen Angaben eine Reichweite von über 10'000 Kilometern. Dies habe eine Simulation ergeben, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium am Sonntag in der Hauptstadt Seoul mit.

Dabei sei angenommen worden, dass die Rakete mit einem bis zu 600 Kilogramm schweren Sprengkopf ausgestattet werde. Nicht geklärt worden sei, ob die Rakete in der Lage gewesen wäre, vom All aus wieder in die Erdatmosphäre einzudringen, was etwa für einen ballistischen Interkontinentalangriff nötig wäre.

Satellit funktioniert gar nicht

Trotz internationaler Proteste hatte Nordkorea Mitte Dezember eine Rakete namens Unha-3 gestartet und damit nach eigenen Angaben einen Forschungssatelliten ins All gebracht. Der Westen vermutet hinter dem Start einen unzulässigen Test für das nordkoreanische Atomprogramm. Ein Indiz dafür ist auch, dass der Satellit gar nicht funktionieren soll.

Pjöngjang unterliegt wegen zwei Atomtests in den Jahren 2006 und 2009, denen jeweils Tests mit Langstreckenraketen vorangingen, internationalen Sanktionen. Machthaber Kim Jong-Un ordnete erst am Freitag die Entwicklung grösserer Raketen an. (dapd)

Deine Meinung