Südkorea will Entschuldigung von Japan
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Südkorea will Entschuldigung von Japan

Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun hat Japan aufgerufen, sich der eigenen Geschichte zu stellen und Entschädigung für die Gräueltaten während seiner Kolonialherrschaft zu leisten.

In einer vom Fernsehen übertragenen Ansprache anlässlich des 86. Jahrestags der Unabhängigkeitsbewegung von 1919 bekräftigte Roh am Dienstag zugleich die Forderung nach einer offiziellen Entschuldigung vom Nachbarland, das von 1910 bis 1945 ganz Korea regiert hatte.

«Japan muss die Wahrheit über die Vergangenheit untersuchen, sich ernsthaft entschuldigen und nötigenfalls Entschädigung leisten.»

Japan solle sich dabei am Beispiel Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg orientieren. Roh machte jedoch deutlich, dass die Vergangenheit zwischen beiden Länder nicht zu diplomatischen Verwicklungen führen dürfe.

Trotz einer erheblichen Verbesserung in den Beziehungen beider ostasiatischen Länder in den vergangenen Jahrzehnten ist in Südkorea der Groll wegen der japanischen Kolonialherrschaft nach wie vor gross.

Zehntausende von Koreanern wurden von Japan während des Weltkriegs zur Zwangsarbeit herangezogen. Historiker schätzen, dass die kaiserliche japanische Armee ausserdem etwa 200 000 Koreanerinnen zur Prostitution in Soldatenbordellen gezwungen hat.

Südkorea und Japan gedenken in diesem Jahr der Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 40 Jahren.

(sda)

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