Südkorea wirft dem Norden Besitz von 50 Kilo Plutonium vor
Aktualisiert

Südkorea wirft dem Norden Besitz von 50 Kilo Plutonium vor

Nach dem Atomtest in diesem Jahr ist Nordkorea nach Einschätzung Südkoreas zu einer «ernsten Bedrohung» für das Land geworden.

Dies geht aus dem am Freitag veröffentlichten Verteidigungsbericht hervor.

Darin wird ein deutlich harscherer Ton angeschlagen als vor zwei Jahren. Damals wurde Nordkorea noch als «direkte militärische Bedrohung» eingestuft.

Nordkoreas konventionelle Streitkräfte, der Atomtest, die Entwicklung anderer Massenvernichtungswaffen und die fortschreitende Stationierung von insgesamt 1,2 Millionen Soldaten mache das kommunistische Land nun zu einer «ernsten Bedrohung», teilte das Verteidigungsministerium mit.

Laut dem Weissbuch hat Nordkorea mehr als 70 Prozent seiner Bodentruppen im südlichen Drittel des Landes und damit an der Grenze zu Südkorea stationiert. So sei ein Überraschungsangriff auf den Süden ohne nennenswerte Truppenverlegungen möglich.

Auch seien 40 Prozent der 820 Kampfjets in südlichen Landesteil positioniert. Eine Flotte von Transportflugzeugen stehe zudem bereit, die im Kriegsfall Spezialeinheiten weit in südkoreanisches Gebiet bringen könne.

Nordkorea vermeldete im Oktober einen Atomtest, der die UNO zu Sanktionen veranlasste. Zur atomaren Rüstung des Nordens sagte ein Vertreter des südkoreanischen Verteidigungsministeriums am Freitag, Nordkorea habe seit 1994 wahrscheinlich mehr als 50 Kilogramm Plutonium angesammelt.

Eine neue Runde der Sechs-Parteien-Gespräche Nord- und Südkoreas mit den USA, Japan, Russland und China brachte in der vergangenen Woche keinen Fortschritt bei den Bemühungen, das weitgehend isolierte Land von seinem Atomprogramm abzubringen.

(sda)

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