Südkoreanische Studierende erhalten Krypto-Coins, wenn sie aufs WC gehen
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«Grosser Schatz»Südkoreanische Studierende erhalten Krypto-Coins, wenn sie aufs WC gehen

Im Schlaf oder auf dem WC Geld zu verdienen ist für viele ein Traum. Für Studierende einer südkoreanischen Universität ist aber zumindest eines dieser beiden Szenarien Wirklichkeit.

von
Dominique Zeier
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Studierende in Südkorea können auf ihrem Campus mit sogenannten «Ggool»-Coins bezahlen. 

Studierende in Südkorea können auf ihrem Campus mit sogenannten «Ggool»-Coins bezahlen.

REUTERS
Diese verdienen sie damit, aufs WC zu gehen. (Symbolbild)

Diese verdienen sie damit, aufs WC zu gehen. (Symbolbild)

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Dabei handelt es sich um eine besondere Toilette, die von Professor Cho Jae-weon entwickelt wurde und Fäkalien in Energie umwandelt. 

Dabei handelt es sich um eine besondere Toilette, die von Professor Cho Jae-weon entwickelt wurde und Fäkalien in Energie umwandelt.

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Darum gehts

  • In einer Universität in Südkorea können Studierende mit Fäkalien Geld verdienen.

  • Wenn sie eine bestimmte Toilette auf dem Campus benutzen, erhalten sie Krypto-Coins gutgeschrieben.

  • Grund dafür ist, dass diese Toilette das Zurückgelassene in Energie umwandelt.

Auf dem WC sitzen und Geld verdienen? Für Studierende des Ulsan National Institute of Science and Technology in Südkorea ist dies aber gar nicht so abwegig, wie es klingt. Denn wenn sie eine bestimmte Toilette auf ihrem Campus benutzen, bekommen sie von der Universität eine Entlohnung in Form von Krypto-Coins.

Natürlich werden die Studierenden nicht einfach nur dafür belohnt, ihr Geschäft zu erledigen. Tatsächlich handelte es sich beim betroffenen WC um eine spezielle Toilette, die von einem Umweltingenieur-Professor der Universität, Cho Jae-weon, entwickelt wurde und den Namen BeeVi trägt. Das besondere an ihr: Sie verwandelt menschliche Exkremente in Elektrizität. Damit soll sogar ein Teil eines Gebäudes der Universität mit Strom versorgt werden, wie Cnet.com berichtet.

Methangas-Produktion

«Wenn wir mal ausserhalb der Box denken, dann haben Fäkalien einen enormen Wert, was die Herstellung von Energie oder von Dünger angeht», so Jae-weon. Er ist nicht die erste Person, die auf diese Idee gekommen ist. So hat beispielsweise BMW im Jahr 2019 angekündigt, für die Generierung von Strom für elektrische Autos in Kalifornien Kuh-Kot zu verwenden.

Ähnlich funktioniert dies auch bei der BeeVi-Toilette. Diese führt die zurückgelassenen Exkremente mittels einer Vakuum-Pumpe in einen Tank, der in den Boden eingelassen ist. Dort werden die Ausscheidungen von Mikroorganismen zersetzt, was Methangas produziert. Dieses kann wiederum dazu verwendet werden, einen Gasherd oder einen Boiler zu betreiben.

Laut Jae-weon produziert eine Person pro Tag durchschnittlich rund 500 Gramm an Exkrementen. Laut dem Professor kann daraus genügend Methangas gewonnen werden, um ein elektrisches Auto mit so viel Strom zu versorgen, sodass es rund 1,2 Kilometer weit fahren könnte.

«Grosser Schatz»

Pro Tag können die Studierenden der Universität für ihre Sitzung auf dieser Toilette zehn «Ggool» verdienen. Dabei handelt es sich um Krypto-Coins, mit welchen sie auf dem Campus beispielsweise eine Kaffee, einen Snack oder Bücher kaufen können. Dafür müssen sie beim Betreten des WCs einfach einen QR-Code scannen.

Tatsächlich nutzen einige Studierende das Angebot rege. Gegenüber Reuters freute sich ein Student: «Ich habe immer gedacht, dass Fäkalien nur dreckig sind, aber jetzt habe ich realisiert, dass sie ein grosser Schatz von hohem Wert sein können.»

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