Südkoreas Aussenminister Favorit für Annan-Nachfolge
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Südkoreas Aussenminister Favorit für Annan-Nachfolge

Der südkoreanische Aussenminister Ban Ki Moon hat seine Favoritenstellung für die Nachfolge von UN-Generalsekretär Kofi Annan behauptet.

Bei einer dritten Probeabstimmung im Sicherheitsrat in New York bekam er am Donnerstag als einziger der sieben Bewerber eine ausreichende Mehrheit. Von den 15 Ratsmitgliedern stimmten 13 für Ban, wie der chinesische UN-Botschafter Wang Guangya sagte. Es habe eine Nein-Stimme und eine Enthaltung gegeben.

Von den anderen sechs Kandidaten kam keiner auf die Mindestzahl von neun Stimmen. Die Ratsmitglieder stimmten über jeden Bewerber einzeln ab. Ban hatte auch schon die zwei vorangegangenen Probeabstimmungen für sich entschieden. Am Donnerstag erhielt er jedoch eine Stimme weniger als bei der zweiten Abstimmung. Eine weitere informelle Abstimmung ist am Montag vorgesehen. Die Probeabstimmungen dienen der Meinungsbildung hinsichtlich der Chancen der einzelnen Bewerber.

Um das Amt des UN-Generalsekretärs bewerben sich neben Ban der Inder Shashi Tharoor, einer der stellvertretenden Generalsekretäre, die lettische Staatspräsidentin Vaira Vike-Freiberga, der frühere afghanische Finanzminister Aschraf Ghani, Jordaniens UN-Botschafter Prinz Seid al Hussein, der frühere UN-Abrüstungschef Jayantha Dhanapala aus Sri Lanka sowie der stellvertretende thailändische Regierungschef Surakiart Sathirathi.

Der Nachfolger Annans soll nach den Vorstellungen der Mitglieder des Weltsicherheitsrats bis Ende Oktober bestimmt werden. Annans zweite fünfjährige Amtszeit geht am 31. Dezember zu Ende. Nach ungeschriebenen Gepflogenheiten scheint sicher, dass entsprechend dem Rotationsprinzip dem aus Afrika stammenden Annan ein Asiate folgen soll. Laut der UN-Charta schlägt der Weltsicherheitsrat der Vollversammlung einen Kandidaten vor. Traditionsgemäss stimmt die 192 Mitlieder umfassende Vollversammlung einem solchen Vorschlag ohne grössere Debatte zu. (dapd)

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