Aktualisiert 16.05.2010 10:30

GrenzkonfliktSüdkoreas Marine feuert Warnschüsse ab

Erstmals seit dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs im Gelben Meer ist es in dem mit Nordkorea umstrittenen Seegebiet wieder zu einem Zwischenfall gekommen.

Die südkoreanische Marine hat Warnschüsse auf zwei nordkoreanische Patrouillenboote abgefeuert. Wie das südkoreanische Militär am Sonntag mitteilte, waren die beiden Boote am Samstagabend an der Seegrenze im Gelben Meer in südkoreanische Gewässer eingedrungen.

Während eines der beiden nordkoreanischen Schiffe nach einer Warnung über Funk zurückkehrte, drehte das andere Boot erst nach Warnschüssen um. Bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden, hiess es.

Laut einem Sprecher des Generalstabs der südkoreanischen Streitkräfte drangen die nordkoreanischen Schiffe mehr als zwei Kilometer weit in die von Südkorea beanspruchte Pufferzone vor der Westküste ein.

An der umstrittenen Seegrenze zwischen den beiden koreanischen Staaten hatte es in der Vergangenheit wiederholt tödliche Gefechte gegeben. Ende März war dort das südkoreanische Kriegsschiff «Cheonan» nach einer Explosion gesunken, 46 Menschen kamen ums Leben. Südkorea untersucht derzeit einen möglichen Torpedo-Angriff Nordkoreas als Ursache.

US-geführte UNO-Truppen hatten die Grenze im Gelben Meer nach dem Ende des Korea-Kriegs (1950 bis 1953) einseitig festgelegt. Nordkorea erkennt sie bis heute nicht an. Die beiden Koreas haben bis heute keinen Frieden geschlossen.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.