Aktualisiert 07.01.2008 13:22

Südlibanon - Konfliktherd seit Ende der 60er Jahre

Der Süden Libanons wurde 1967 zum Konfliktherd. Damals bot die libanesische Regierung palästinensischen Flüchtlingen nach dem Fünf-Tage-Krieg eine Zufluchtsstätte an der Grenze zu Israel an.

Von dort starteten Guerillaorganisationen bis Ende der 90er Jahre immer wieder Angriffe auf Israel, die dann mit massiven Vergeltungsschlägen beantwortet wurden. Von Mitte der 80er Jahre an stieg in Südlibanon auch der Einfluss der schnell wachsenden schiitischen Bevölkerungsgruppe.

Seitdem gingen die Attacken vor allem von der vom Iran unterstützten Schiiten-Miliz Hisbollah aus. Der Schlagabtausch fand 1978 einen vorläufigen Höhepunkt, als Israel in der «Operation Litani» in Südlibanon einmarschierte und das Gebiet drei Monate besetzt hielt.

Zuvor hatte ein palästinensisches Terrorkommando bei Anschlägen auf Reisebusse 38 Israelis getötet. Nach dem Abzug Israels im selben Jahr beschloss der UNO-Sicherheitsrat die Aufstellung einer Friedenstruppe in Südlibanon, die Unifil (United Nations Interim Force in Lebanon).

Im Libanon-Krieg 1982 drangen israelische Truppen bis Beirut vor. Nach dem Truppenabzug 1985 beanspruchte Israel eine etwa zehn Kilometer breite Sicherheitszone in Südlibanon. Sie wurde hauptsächlich von der mit Israel verbündeten Südlibanesischen Armee (SLA) kontrolliert.

Mehrere Operationen

Schon im Mai 1988 rückten in der «Operation Ruhe und Ordnung» wieder etwa 2000 israelische Soldaten für 48 Stunden nach Südlibanon vor, um nördlich der Sicherheitszone nach Terroristen zu suchen. Dabei kamen mindestens 40 Kämpfer der pro-iranischen Schiiten-Miliz Hisbollah und 3 israelische Soldaten ums Leben.

Nach kleineren Zwischenfällen begann Israel im Juli 1993 die «Operation Abrechnung» mit Luftangriffen auf Dörfer in Südlibanon, nachdem nordisraelische Ortschaften mit Katjuscha-Raketen beschossen worden waren.

Der Beschuss löste eine Flüchtlingswelle aus und kostete mindestens 120 Libanesen und drei Israelis das Leben. Nach Raketenangriffen der Hisbollah auf Nordisrael zerstörten israelische Kampfhelikopter im April 1996 in der «Operation Früchte des Zorns» das mutmassliche Zentrum der Hisbollah in Beirut.

Rückzug aus Südlibanon

1998 stimmten dann die für Sicherheit zuständigen Minister des israelischen Kabinetts der UNO-Sicherheitsratsresolution 425 zu, die den Abzug der israelischen Truppen aus Südlibanon forderte. Am 24. Mai 2000 zog sich Israel binnen zwei Tagen von dort zurück.

Auch die mit Israel verbündete Südlibanesische Armee gab alle ihre Positionen auf, die pro-iranische Hisbollah-Miliz rückte dafür nach. Schon am 7. Oktober des selben Jahres entführte die Hisbollah im Grenzgebiet drei israelische Soldaten.

Auf deutsche Vermittlung hin kam es am 19. August 2003 zum Austausch der im Jahr 2000 entführten Israelis gegen ranghohe Hisbollah-Mitglieder.

(sda)

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