Aktualisiert 05.07.2018 17:28

Asyl-Showdown

Südroute für Flüchtlinge soll dicht gemacht werden

Flüchtlinge sollen nicht mehr über Italien nach Deutschland und Österreich gelangen können: Dies verlangen Regierungsvertreter der beiden Länder.

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Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (m.) war zu Besuch bei Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (r.) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (m.) war zu Besuch bei Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (r.) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

epa/Christian Bruna
Die rechtskonservativen Regierungsvertreter einigten sich auf die Schliessung der sogenannten Südroute für Flüchtlnge.

Die rechtskonservativen Regierungsvertreter einigten sich auf die Schliessung der sogenannten Südroute für Flüchtlnge.

Hans Punz
«Wir haben in einem sehr freundschaftlichen Gespräch beraten, wie wir die Südroute für Migranten schliessen können», sagte Seehofer über das Treffen.

«Wir haben in einem sehr freundschaftlichen Gespräch beraten, wie wir die Südroute für Migranten schliessen können», sagte Seehofer über das Treffen.

epa/Christian Bruna

Deutschland und Österreich wollen die sogenannte Südroute für Flüchtlinge schliessen. Dies verlautete am Donnerstag nach einem Treffen von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz mit dem deutschen Innenminister Horst Seehofer in Wien.

«Wir haben in einem sehr freundschaftlichen Gespräch beraten, wie wir die Südroute für Migranten schliessen können», so kommentierte Seehofer am Donnerstagnachmittag das Ergebnis eines Gespräches mit Sebastian Kurz sowie Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Innenminister Herbert Kickl.

Gespräche mit Italien und Griechenland

Kurz betonte, man habe sich verständigt, dass Deutschland «keine Massnahmen zum Nachteil Österreichs» setzen werde. Seehofer ergänzte: «Wir werden weder jetzt noch in der Zukunft Österreich für Flüchtlinge verantwortlich machen, für die es nicht zuständig ist.»

Der deutsche Innenminister kündigte Gespräche mit Italien und Griechenland über die Rücknahme von Migranten an, die bereits in ihren Ländern registriert wurden. Ausserdem soll es in der kommenden Woche in Innsbruck zu einem Zusammentreffen der Innenminister Deutschlands, Österreichs und Italiens kommen, um gemeinsam Massnahmen zur Schliessung der Mittelmeerroute zu besprechen.

Vizekanlzler Strache zufrieden

Auch Strache zeigte sich zufrieden darüber, dass in einem «sehr guten, offenen, partnerschaftlichen und freundschaftlichen» Gespräch «gewisse Dinge, die im Raum gestanden sind, ausgeräumt wurden» und von Seehofer klargemacht worden sei, dass es zu keinen Massnahmen zum Nachteil Österreichs kommen werde.

Teil der Lösung, um die Migration nach Europa einzudämmen, sollen Aufnahmezentren in Nordafrika sein. Doch dort formiert sich Widerstand. Die Regierung in Libyen etwa, von wo allein in diesem Jahr 11'000 Menschen nach Italien reisten, lehnt Auffanglager für Flüchtlinge kategorisch ab.

Widerstand in nordafrikanischen Staaten

Auch die Regierungen in Tunesien, Ägypten und Algerien wollen von Aufnahmezentren im Sinne der EU nichts wissen. Ob die Schliessung der Südroute eine langfristige Lösung für die Migrationsproblematik ist, bleibt unter diesen Umständen fraglich. (afp)

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