Statt Facebook und Co.: Süsses Nichtstun 2.0
Aktualisiert

Statt Facebook und Co.Süsses Nichtstun 2.0

Mit einer simplen Idee wurde der Erfinder der Million-Dollar-Homepage reich. Nun hat Alex Tew ein neues, unkonventionelles Projekt. Aber sehen Sie selbst.

von
dsc
Entspannend für Besucher, schädlich für die Volkswirtschaft: Alex Tews' neuester Streich.

Entspannend für Besucher, schädlich für die Volkswirtschaft: Alex Tews' neuester Streich.

Vor sechs Jahren erlangte ein armer britischer Student weltweit Berühmtheit und wurde nebenbei auch noch steinreich. Seine «Geschäftsidee» war verblüffend einfach. Werbekunden konnten auf einer leeren Homepage einen Pixel für einen Dollar kaufen. Innert vier Monaten verdiente Alex Tew die stolze Summe von einer Million Dollar. Das ebenso schlaue wie dreiste Projekt ging als Million-Dollar-Homepage in die Internet-Geschichte ein.

Seit dem grossen Coup ist es ruhiger geworden um den jungen Mann. Mit dem Geld, das er verdiente, gründete er unter anderem ein Startup-Unternehmen namens PopJam – der Erfolg blieb aus. Nun meldet sich Alex Tew zurück. Das Erstaunliche an seinem jüngsten Projekt: Es bringt ihm kein Geld ein. Im Gegenteil: Auf der Website Do Nothing For 2 Minutes sollen die Besucher eben genau das tun: nämlich gar nichts.

Warten auf Zuckerberg

Wer die Seite besucht, soll sich einfach entspannen und dem Rauschen der Wellen zuhören. Während zwei Minuten darf man weder die Maus noch das Keyboard berühren. Das sei gar nicht so einfach im Zeitalter von Twitter, E-Mail und Facebook, heisst es. Demnach wollte Alex Tew eine Online-Ruheinsel schaffen in einer hektischen Welt. Ansonsten drohe den Usern wegen der ständigen und unbegrenzten Verfügbarkeit ein Information-Overload, wie er gegenüber techcrunch.com sagte. Weiter stellt Tew fest, dass sich Ideen dank sozialer Netzwerke noch viel schneller verbreiten als 2005 bei der Lancierung der Million-Dollar-Homepage. Heute wäre die stolze Summe nicht innert vier Monaten, sondern in vier Wochen zusammengekommen, sagt er.

Natürlich denkt der umtriebige Unternehmer auch noch ans Geldverdienen. Im vergangenen September hat der heute 27-Jährige ein anderes Projekt namens «One Million People» lanciert. Erklärtes Ziel ist ein Facebook zum Anfassen, ein gedrucktes Buch mit den Gesichtern von real existierenden Menschen. Internet-User können sich einen Platz sichern und ein Foto von sich hochladen. Tausende haben bereits mitgemacht. Der allererste Platz ist übrigens immer noch für Mark Zuckerberg, den Facebook-Gründer, reserviert. Zunächst wurden 3 Dollar verlangt, inzwischen ist die Anmeldung gratis. Die Finanzierung erfolgt über Sponsoren, wie aus dem Blog hervorgeht.

Deine Meinung