13.10.2020 21:11

QuengelwareSüssigkeiten sollen von der Kasse verbannt werden

Ist bald Schluss mit der sogenannten Quengelware? Eine Parlamentarierin fordert ein Verbot für Süssigkeiten an der Kasse. Die Händler bevorzugen andere Lösungen.

von
Raphael Knecht

Süssigkeiten bei der Kasse würden zu ungesunder Ernährung verlocken, ist eine SP-Politikerin überzeugt.

RKN

Darum gehts

  • SP-Nationalrätin Laurence Fehlmann-Rielle fordert ein Verbot von Süssigkeiten im Kassenbereich.
  • Damit soll eine gesunde Ernährung gefördert werden.
  • Als Vorbild gilt eine Stadt in den USA.
  • Die Schweizer Detailhändler wollen statt eines Verbots lieber auf einzelne Familienkassen setzen.

Für viele Eltern wird das Einkaufen vor allem kurz vor der Kasse zur Qual: Dort werden allerlei Süssigkeiten angeboten, die die Kinder zum Betteln anregen. Die Produkte bei der Ladenkasse werden darum oft als Quengelware bezeichnet. Damit soll bald Schluss sein: Die welsche SP-Nationalrätin Laurence Fehlmann-Rielle will die Schöggeli und Süssgetränke aus dem Kassenbereich verbannen, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt.

Das Verbot von Süssigkeiten im Kassenbereich soll helfen, Kinder und Erwachsene vor ungesunder Ernährung zu schützen. In der kommenden Wintersession werde Fehlmann-Rielle ein entsprechendes Postulat im Parlament einreichen. Der Vorschlag erhält auch Unterstützung von der Schweizerischen Gesellschaft für Essstörungen und der Westschweizer Konsumentenschutzorganisation FCR.

Überkonsum

110 Gramm Zucker pro Tag

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, den Zuckerkonsum auf 10 Prozent der Energiezufuhr zu beschränken. Das bedeutet, dass von 2000 Kilokalorien pro Tag maximal 50 Gramm Zucker sein sollten. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit schätzt allerdings, dass in der Schweiz pro Person und Tag um die 110 Gramm Zucker konsumiert werden – deutlich mehr als empfohlen. Überkonsum kann unter anderem zu Krankheiten wie Diabetes oder zu Herzproblemen führen.

Als Vorbild gilt die US-Stadt Berkeley in Kalifornien. Dort gilt so ein Verbot ab März 2021 für alle Geschäfte mit einer Fläche von mindestens 230 Quadratmetern. An der Stelle von Süssigkeiten sollen gesündere Ess- und Trinkwaren angeboten werden. Die neue Regel ist Teil einer Gesundheitsinitiative der Stadt.

Die Schweizer Detailhändler sind allerdings gegen eine solche Regelung, wie es im Bericht weiter heisst. Kunden hätten ein Bedürfnis nach handlichen Snacks, argumentieren sie. Coop und Migros setzen lieber auf sogenannte Familienkassen, wo es keine Süssigkeiten gibt. Diese gibt es aber nur in einer Minderzahl der Filialen. Bei den kleineren Formaten wie Denner, Volg und Spar fehle hingegen der Platz für alternative Kassen.

Eine Ausnahme ist Lidl Schweiz: Das Unternehmen bietet pro Filiale eine solche alternative Kasse. Dort werden statt Süssigkeiten zuckerfreie Snacks wie etwa Nüsse angeboten. Das helfe nicht nur, die gesunde Ernährung zu fördern, sondern ermögliche den Eltern eine «quengelfreie Zeit», sagt eine Lidl-Sprecherin.

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456 Kommentare
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RIPchen

15.10.2020, 00:51

Wärmuth ist nun doch an seiner ungesunden Lebensweise....

Stefaniesli

14.10.2020, 22:31

Ohne den Bericht gelesen zu haben. So ein Seich kann sich nur Links- Grün ausdenken

sandra

14.10.2020, 22:14

wieso setzten sie nicht einfach die Mini rüebli und mini gurken und nüssee da hin sowir andere Snacks? wieso muss man Spielwaren und Süsses immerbbei der Kassennähe haben? also Familienkassen sind ja schon gut aber auch die nerven mit den ganzen Barrieren die Kinder können ja gar nicht in den Wagen greiffen um zu helfen...böh komische Welt🙈