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EntführungsalarmSugus-Suche entpuppt sich als Jungschar-Aktion

Weil zwei Kinder von einem fremden Paar angesprochen worden waren, herrschte in Heiden AR Aufregung. Jetzt zeigt sich: Die Angst war unbegründet.

von
vro
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Hier wurden am Samstag zwei Kinder von einem fremden Paar angesprochen. Sie fragten die Kleinen, ob sie mit ihnen in den Wald zum Sugus-Sammeln gehen möchten, berichtet die Familie des einen Kindes.

Hier wurden am Samstag zwei Kinder von einem fremden Paar angesprochen. Sie fragten die Kleinen, ob sie mit ihnen in den Wald zum Sugus-Sammeln gehen möchten, berichtet die Familie des einen Kindes.

zvg
Doch der 15-jährige Kemal E. beobachtete das Paar. Er rief seine neunjährige Schwester sofort ins Haus, weil er sich sorgte.

Doch der 15-jährige Kemal E. beobachtete das Paar. Er rief seine neunjährige Schwester sofort ins Haus, weil er sich sorgte.

Dabei zeigt sich: Die Fremden waren Mitglieder bei der Jungschar, die Teilnehmer für ein Spiel suchten. Die Sugus-Sammelaktion gab es also wirklich. Die beiden «Verdächtigen» haben sich bei der Polizei gemeldet, die den Fall aufklärte.

Dabei zeigt sich: Die Fremden waren Mitglieder bei der Jungschar, die Teilnehmer für ein Spiel suchten. Die Sugus-Sammelaktion gab es also wirklich. Die beiden «Verdächtigen» haben sich bei der Polizei gemeldet, die den Fall aufklärte.

zvg

In einem waldnahen Quartier in Heiden AR wurden am Samstag zwei Kinder im Alter von vier und neun Jahren von zwei jungen Leuten angesprochen. Diese fragten den Jungen und das Mädchen, ob sie mit ihnen in den Wald zum Sugus-Sammeln gehen wollten. Die Familie des Mädchens wurde daraufhin misstrauisch und meldete den Vorfall bei der Polizei.

Diese hat den Fall mittlerweile geklärt. Die beiden Fremden haben sich bei der Polizei gemeldet. Es handelt sich um ein Missverständnis: Die jungen Leute seien Mitglieder der Jungschar gewesen, erklärt Hanspeter Saxer, stellvertretender Chef Regional- und Verkehrspolizei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden. «Sie haben an diesem Tag ein Spiel organisiert, bei dem Jungschar-Mitglieder Sugus sammeln können und diese dann umtauschen können.» Für die gesammelten Sugus hätten sie dann Bauteile für ein Floss erhalten.

«Geschichte ist stimmig»

Das Problem: Die Jungschar hatte zu wenig Teilnehmer. Deshalb sprachen die jungen Leute die beiden Kinder kurzerhand an und fragten sie, ob sie mitmachen wollten. Laut Saxer gaben die Jungschärler an, sich vor den Kindern zu erkennen gegeben zu haben.

Für die Beamten ist die Geschichte stimmig. «Das passt ins Bild. Wir haben keinen Anflug eines Verdachts, dass etwas anderes dahinter stecken könnte», sagt Saxer. Die Familie des betroffenen Mädchens sei informiert worden.

«Erwachsene sollten keine Kinder ansprechen»

Die Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste St. Gallen (KJPD) geben eine Empfehlung ab: «Grundsätzlich sollten Erwachsene darauf verzichten, fremde Kinder anzusprechen, etwa um nach dem Weg, der Uhrzeit oder Ähnlichem zu fragen.» Man sollte sich bewusst machen, dass eine solche durchaus harmlos gemeinte Frage ein Kind stark verunsichern kann. Da es in aller Regel gelernt hat, sich nicht mit fremden Personen abzugeben oder gar Angst bekommen kann, sei es in derartigen Situationen ratsam, einfach den nächsten erwachsenen Passanten um Auskunft zu bitten, so die KJPD.

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