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Sunniten-Bündnis gibt Widerstand auf

Das sunnitische Parteienbündnis Irakische Eintracht will mit Schiiten und Kurden über die Bildung einer gemeinsamen Regierung beraten.

Dies vereinbarten Vertreter der Irakischen Eintracht am Montag bei Gesprächen mit dem kurdischen Regionalpräsidenten Massud Barsani. Die wichtigste politische Gruppierung der sunnitischen Araber gab damit offenbar ihren Protest gegen die Parlamentswahl vom 15. Dezember auf.

Man habe vereinbart, «eine ausgeglichene irakische Regierung durch Konsensfindung und Zusammenarbeit zu bilden, abseits von konfessionellen Angelegenheiten», sagte Adnan al Dulaimi von der Irakischen Eintracht am Montag nach Gesprächen mit Barsani in der kurdischen Stadt Erbil. Er pries die Vereinbarung als Chance für eine politische Stabilisierung des Iraks.

Wochenlang hatte die Irakische Eintracht gemeinsam mit einer kleineren sunnitischen Partei, der Front für Nationalen Dialog, und mit der säkularen Irakischen Liste gegen den Verlauf der Parlamentswahl demonstriert. Die Front für Nationalen Dialog warf der Irakischen Eintracht am Montag Verrat vor. Vor ihrer Abreise nach Erbil hätten deren Vertreter schriftlich versichert, mit den Kurden nur über das umstrittene Wahlergebnis beraten zu wollen, sagte der Vorsitzende der Front, Saleh al Mutlak.

Zu dem Sinneswandel der Irakischen Eintracht könnten die letzten Prognosen über das Wahlergebnis beigetragen haben. Danach dürfte das sunnitische Parteienbündnis drittstärkste Kraft im neuen Parlament werden und über fast genauso viele Sitze verfügen wie die Kurden. (dapd)

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