Telekommunikation : Sunrise mit weniger Umsatz und mehr Gewinn
Aktualisiert

Telekommunikation Sunrise mit weniger Umsatz und mehr Gewinn

Sunrise hat gute neun Monate hinter sich. Zwar sank der Umsatz des Telekomanbieters um 2,7 Prozent, mit einem Betriebsgewinn von 465,7 Mio. Franken konnte das Ergebnis aber deutlich verbessert werden.

Der Telekomanbieter Sunrise hat in den ersten neun Monaten zwar weniger umgesetzt, aber deutlich mehr verdient. Kräftigen Rückenwind hatte die Nummer zwei der Schweiz im Mobilfunk. Dagegen schrumpfte das Festnetzgeschäft deutlich.

In der Summe sank der Umsatz um 2,7 Prozent auf 1,486 Mrd. Franken, wie Sunrise am Donnerstag in einem Communiqué mitteilte. Dies ist auf den internationalen Handel mit Telefonieminuten zurückzuführen, den Sunrise bewusst reduziert hat. Damit gingen zwar 58 Mio. Fr. Umsatz verloren. Aber die Marge verbesserte sich.

Man strebe in dem Geschäft, das kaum Gewinn abwerfe, eine gewisse Profitabilität an, erklärte Sunrise-Chef Oliver Steil im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. Umsatz zu bolzen sei nicht das Ziel. Klammert man den internationalen Handel mit Telefonieminuten aus, stieg der Sunrise-Umsatz in den ersten neun Monaten um 1,2 Prozent.

Wachtsumstreiber bleibe der Mobilfunk, sagte Steil. Die Zahl der Mobilfunkkunden nahm innert Jahresfrist um 6,1 Prozent auf 2,07 Millionen zu. Der Mobilfunkumsatz kletterte ebenfalls um 6,1 Prozent auf 964 Mio. Franken. Die Sparte trug dazu bei, dass der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) um 10,6 Prozent auf 465,7 Mio. Fr. zulegte.

iPhone sei Dank

Der Anstieg sei vor allem dem Geschäft mit Handyabonnements und der grösseren Zahl verkaufter Handys zu verdanken, hiess es weiter. Die Zahl der Abonnenten verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 14,1 Prozent auf 1,07 Mio. Kunden. Damit hat Sunrise erstmals mehr Abo- als Prepaidkunden, deren Zahl leicht zurückging.

Grund für diese Entwicklung ist der Boom der Alleskönnerhandys, den das iPhone ausgelöst hatte. Weil die Leute unterwegs surfen, wechseln auch Prepaidkunden zu Abonnements, um einen pauschalen Datentarif zu bekommen.

Zudem gewinne man Abokunden auch von den Konkurrenten Orange und Swisscom, sagte Steil. Insgesamt steigerte Sunrise die Gesamtzahl der Kunden um 2,7 Prozent auf 2,97 Millionen.

Festnetz geschrumpft

Die Reduktion im internationalen Handel mit Telefonieminuten schlug auf die Festnetzsparte durch. Diese verlor ein Fünftel ihres Umsatzes und setzte noch 389,5 Mio. Fr. um.

Die Erträge im Internetgeschäft stagnierten zwar bei 132 Mio. Franken. Dennoch verdiente Sunrise hier mehr Geld. Hier zahlte sich die Entbündelung der so genannten letzten Meile von der Telefonzentrale zum Hausanschluss aus. Mittlerweile beziehen 269'000 Kunden ihren Breitbandanschluss direkt bei Sunrise ohne Umweg über die Swisscom. Das ist ein Viertel mehr als vor einem Jahr.

Unter dem Strich wies Sunrise jetzt für die ersten neun Monate 2011 einen Gewinn von 23,4 Mio. Fr. aus im Vergleich zu einem Pro- forma-Verlust von 28,6 Mio. Fr. für den gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Zahlen sind allerdings erheblich vom Verkauf von Sunrise vom dänischen Telekomkonzern TDC an den Finanzinvestor CVC Capital Partners im September 2010 beeinflusst. CVC bürdete Sunrise einen guten Teil des Kaufpreises von 3,3 Mrd. Fr. als Schulden auf. Dafür muss Sunrise nun Zinsen bezahlen. Zudem war Sunrise nach dem Verkauf an CVC gezwungen, eine Höherbewertung der Aktiven vorzunehmen, was die Abschreibungen nach oben trieb.

Verzögerung beim Ausbau

Für die Zukunft zeigt sich Sunrise zuversichtlich. Im nächsten Jahr soll das TV-Angebot starten. Über den Umfang des Angebots wollte Steil noch nichts sagen.

Verspätung hat das Unternehmen allerdings mit der Aufrüstung des Mobilfunknetzes auf UMTS. Die Kündigung des Auslagerungsvertrages mit dem Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent habe zu einer Verzögerung von rund einem Jahr geführt, sagte Steil. Wer neu den Zuschlag bekommt, ist noch nicht bekannt. Der Prozess sei in der Endphase. (sda)

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