Aktualisiert 22.10.2019 10:53

Widerstand der AktionäreSunrise sagt GV in letzter Minute ab

Eine Mehrheit der Aktionäre unterstützt die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des 6,3 Milliarden-Kaufs von UPC nicht.

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Hat den Kaufvertrag mit der UPC-Mutter Liberty Global gekündigt: Sunrise. (Bild: Andrea Zahler)

Hat den Kaufvertrag mit der UPC-Mutter Liberty Global gekündigt: Sunrise. (Bild: Andrea Zahler)

Eine deutliche Mehrheit der Aktionäre unterstützt den Kauf von UPC durch Sunrise nicht. Eine ausserordentliche Generalversammlung wurde deshalb in letzter Minute abgesagt.

Eine deutliche Mehrheit der Aktionäre unterstützt den Kauf von UPC durch Sunrise nicht. Eine ausserordentliche Generalversammlung wurde deshalb in letzter Minute abgesagt.

Keystone/Manuel Lopez
Wortführerin des Widerstands war die deutsche Grossaktionärin Freenet, die 24,5 Prozent an Sunrise besitzt.

Wortführerin des Widerstands war die deutsche Grossaktionärin Freenet, die 24,5 Prozent an Sunrise besitzt.

Daniel Reinhardt

Der Widerstand grosser Aktionäre gegen den Kauf von UPC durch Sunrise hat Erfolg: Sunrise hat die für den morgigen Mittwoch angesetzte ausserordentliche Generalversammlung in letzter Minute abgesagt. Damit ist die Übernahme von UPC wohl geplatzt.

Grund sei, dass eine deutliche Mehrheit der Aktionäre, die sich für die GV registriert hätten, die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des 6,3 Milliarden-Kaufs nicht unterstütze, schrieb Sunrise am Dienstag. Mit der Zustimmung von UPC-Verkäuferin Liberty Global habe man das ausserordentliche Aktionärstreffen annulliert. «Der Aktienkaufvertrag (»Share Purchase Agreement«) hat ein 'Long-Stop'-Datum per 27. Februar 2020 und bleibt in Kraft, bis eine Partei ihn kündigt», hiess es weiter.

Tritt Sunrise-CEO Swantee nun zurück?

Ein womöglich gescheiterter Übernahme-Deal dürfte auch personelle Auswirkungen im Management von Sunrise haben. Unter anderem stellt sich die Frage, ob Olaf Swantee nun zurücktritt. Doch davon wollte der Sunrise-CEO Mitte Oktober noch nichts wissen. Damals sagte er im Interview mit 20 Minuten: «Mir ist klar: Es wird ganz knapp werden mit der Übernahme von UPC. Doch als CEO habe ich einen Plan A und kämpfe dafür. Ich denke nicht darüber nach, was eine Ablehnung für meinen Job bedeuten würde.»

Sehen Sie das ganze Interview mit Sunrise-Chef Olaf Swantee hier:

Tirtt Sunrise-CEO Olaf Swantee bei einem Nein zum Deal zurück?

Demnächst entscheiden die Sunrise-Aktionäre über den Kauf von UPC. Im Interview spricht Sunrise-CEO Olaf Swantee über die Bedeutung der Übernahme.
(Video: S. Spaeth/P. Stirnemann)

Wortführerin des Widerstands war die deutsche Grossaktionärin Freenet, die 24,5 Prozent an Sunrise besitzt. Freenet-Chef Christoph Vilanek kritisierte den Kaufpreis und die dazu nötige Kapitalerhöhung von 2,8 Milliarden Franken als zu hoch. Auch die Struktur des Deals sei nachteilig für die Sunrise-Aktionäre.

6,3 Milliarden sind «Irrsinn»

Zudem sieht er den strategischen Sinn der Übernahme nicht mehr. Wegen der neuen Mobilfunkgeneration 5G lohne sich der Kauf des UPC-Kabelnetzes für so viel Geld nicht. Dafür 6,3 Milliarden Franken auszugeben, sei «Irrsinn». Ins selbe Horn stiess der aktivistische Aktionär Active Ownership Capital (AOC). Unerwartet war, dass sich der einflussreiche Stimmrechtsberater ISS dem Nein-Lager anschloss.

Verwaltungsratspräsident Peter Kurer erklärte: «Wir bedauern die Annullation der GV. Wir haben viel Zeit in die Gespräche mit unseren Aktionären investiert und sind weiterhin von den strategischen und finanziellen Gründen der Übernahme überzeugt». (sda)

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