Mobiles Internet: Sunrise verärgert Handykunden erneut

Aktualisiert

Mobiles InternetSunrise verärgert Handykunden erneut

Nach der automatischen Aktivierung einer Surfoption im September sorgten nun Druckfehler wieder für rote Köpfe bei Kunden des Schweizer Mobilfunkanbieters. Mitschuldig sind laut Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) die unübersichtlichen Rechnungen.

von
Ronny Nicolussi
AP

Mit Verwunderung stellten Sunrise-Kunden fest, dass auf ihrer Rechnung eine Dienstleistung aufgeführt wurde, der sie gar nie zugestimmt hatten: Sunrise surf. Diese ermöglicht es gegen 7,50 Franken pro Monat mit dem Handy für 250 Megabyte im Internet zu surfen. Zwar heisst es auf der Rechnung, die ersten drei Monate seien gratis. Ab dem vierten Monat werde die Option jedoch normal verrechnet. Wer die Dienstleistung nicht mehr wünsche, müsse sich per SMS abmelden. Dies sei jedoch nicht nötig, sagte Sunrise-Mediensprecher Hugo Wyler auf Anfrage der AP, denn die Auflistung in der Dienstleistungsübersicht sei ein Druckfehler. Der Text stamme von einer Werbeaktion des vergangenen Sommers und sei fälschlicherweise auf den Rechnungen einiger tausend Kunden gedruckt worden, bei denen Sunrise Ende August die Surfoption für einen Monat gratis aktiviert habe.

Perfektes Chaos

«Damit ist das Chaos perfekt», kommentierte SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder die Verwirrung. Sie erinnerte daran, dass Sunrise Ende August Konsumentinnen und Konsumenten mit der Aktivierung von Sunrise surf überrumpelt hatte. Die Surfoption war ohne Zustimmung der Kunden für einen Monat gratis aktiviert und wäre bei nicht erfolgter Kündigung per SMS anschliessend kostenpflichtig weitergeführt worden. Erst nach der Intervention der SKS verzichtete Sunrise auf diese als «Opt Out» bekannte Verkaufsmethode und schaltete den Dienst auch ohne Kündigung der Kunden aus. Sunrise hatte damals argumentiert, die Surfoption zum Schutz von Kunden mit sehr hohen Surfkosten aufgeschaltet zu haben. Recherchen zeigten jedoch, dass die Option auch für Kunden aufgeschaltet worden war, die mit dem Handy noch nie im Internet waren.

«Solche Fehler dürfen einfach nicht passieren»

Dass jetzt gerade diese Kunden den Eindruck erhalten hätten, sie seien weiterhin bei Sunrise surf angemeldet, sei unglaublich, sagte Stalder. «Solche Fehler dürfen einfach nicht passieren.» Dass die Konsumenten nicht von selbst bemerkt hätten, dass es sich um einen Druckfehler handelte, führte die Konsumentenschützerin auf die unübersichtlichen Rechnungen der Sunrise zurück. «Es ist für Sunrise-Kunden absolut schwierig ihre Rechnungen zu verstehen», so Stalder.

Sunrise wollte laut Wyler umgehend auf den Fehler reagieren. «Wir bedauern allfällig aufgetreten Missverständnisse. Den betroffenen Kunden werden jedoch keinerlei Kosten für die Surfoption belastet», versicherte der Sunrise-Sprecher und hielt fest, bei Sunrise hätten sich wegen des Druckfehlers bisher keine Kunden beschwert. Unabhängig davon ist eine Anfrage der SKS beim Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) zu Opt-Out-Methoden am Freitag noch hängig, wie SKS-Geschäftsleiterin Stalder sagte. Die Stiftung hatte eine Klärung gefordert, ob diese in der Telekombranche weit verbreitete Verkaufsmethode rechtlich zulässig sei.

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