Aktualisiert 04.02.2013 14:44

Mega-Event in der Nacht

Super Bowl im SRF: ein- oder ausschalten?

Erstmals hat das Schweizer Fernsehen den Super Bowl übertragen. Weil die Rechte für den Originalkommentar fehlten, musste improvisiert werden. Schwierig für alle Beteiligten.

von
pre

Vergeblich hatte das Schweizer Fernsehen in den letzten Jahren versucht, sich die Übertragungsrechte für den Super Bowl zu sichern. Für die 47. Austragung des Megaevents hat es dann endlich geklappt. Eigentlich wollte das SRF während des Spiels den englischen Originalkommentar von Jim Nantz und Phil Simms einspielen, doch im letzten Moment musste aus rechtlichen Gründen eine andere Lösung gefunden werden.

So sprangen Sascha Ruefer und College-Spieler Daniel Glauser, die ursprünglich nur in den Werbepausen das Spiel analysieren sollten, kurzfristig auch als Live-Kommentatoren ein. Ganz reibungslos ging das natürlich nicht über die Bühne: Sascha Ruefer war schnell anzumerken, dass American Football nicht zu seinen Stärken gehört.

Immer wieder hatte er Mühe mit der Begrifflichkeit, verwechselte bespielsweise eine «Interception» mit einem «Incomplete Pass». Später hielt sich Rufer immer mehr zurück, was vor allem bei schwierigen Spielsituationen zu langem Schweigen führte. Auch die Vergleiche von 49ers Running Back Frank Gore mit Xherdan Shaqiri oder Trainer Jim Harbaugh mit Jürgen Klopp waren nicht gerade glücklich.

Nervöser Co-Kommentator

Co-Kommentator Glauser machte seinen Job ganz ordentlich. Der 137-kg-Koloss glänzte zwar mit seinem Fachwissen, wirkte bei seinem ersten Fernsehauftritt aber ziemlich nervös. An den etwas monotonen Tonfall und den etwas seltsam anmutenden Mix aus Baseldeutsch und American English hatte man sich mit der Zeit gewöhnt. Trotzdem gut, dass Social-Media-Mann Dani Bolliger während den Werbepausen immer mal wieder dazwischenfunkte und mit ziemlich lässiger Haltung vom Sofa aus Fragen der Zuschauer in die Runde warf.

Zugegeben: Nicht immer konnte es sich der Football-erprobte Autor dieser Zeilen verkneifen, hin und wieder auf den Bezahlsender ESPN America mit dem Orignialkommentar umzuschalten. Zu sehr war das Programm beim SRF auf Super-Bowl-Neulinge ausgerichtet. Für diese war die SRF-Premiere aber durchwegs unterhaltsam.

Wie hat Ihnen die Super-Bowl-Übertragung des Schweizer Fernsehens gefallen? Diskutieren Sie im Talkback mit!

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