Aktualisiert 30.07.2009 10:12

Fall schockiert die Briten

Super-Mama begeht Selbstmord

Die Geschichte von Catherine Bailey berührt die Briten: Die 41-jährige erfolgreiche Anwältin und Mutter dreier Kinder konnte die hohen Anforderungen von Mutterschaft und Beruf nicht erfüllen und stürzte sich in die Themse.

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Eine halbe Stunde bevor sie sich im Januar umbrachte, schickte Catherine Bailey ihrem Mann Neil Ashman ein SMS: «Es tut mir so leid. Alles Liebe für dich und die Mädchen. Pass auf sie auf.» Die frenetische Suche, die ihr Mann danach startete, konnte das Drama nicht abwenden: Die Leiche seiner Frau wurde am nächsten Tag in der Themse gefunden, in der Nähe der Richmond Bridge im Südwesten Londons.

Die hohen Anforderungen eines «Traumlebens»

Die 41-Jährige hatte ein «Traumleben»: Als Anwältin war sie so erfolgreich, dass sie im Jahr 2003 Partnerin in der renommierten Londoner Kanzlei SJ Berwin wurde. Bailey, bereits Mutter der 5-jährigen Inez und der 4-jährigen Ruby, hatte vergangenen Dezember ihre dritte Tochter zur Welt gebracht. Im Januar begann sie wieder zu arbeiten – seit der Wirtschaftskrise hatten sich die Fälle ihrer Mandanten, führende Banken und Broker, vervielfacht. Bailey arbeitete durchschnittlich 60 Stunden pro Woche.

Nun liegt eine Untersuchung zum Selbstmord von Catherine Bailey vor und die Öffentlichkeit hört zum ersten Mal vom Druck, dem die Frau ausgesetzt war. Untersuchungsrichterin Alison Thompson fasste die Untersuchungsergebnisse wie folgt zusammen: «Frau Bailey war eine sehr kompetente Frau und eine liebevolle Mutter dreier Kinder, die es schwierig fand, die hohen Anforderungen der Mutterschaft und die hohen Standards, die sie sich selber gesetzt hatte, zu erfüllen.» Es handle sich um eine «absolut tragische Situation», sagte die Richterin während der Anhörung. Den Arbeitgeber zu belangen sei allerdings kein Thema.

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