Alles nur gestellt : Super-Putin und der Bluff mit den alten Vasen
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Alles nur gestellt Super-Putin und der Bluff mit den alten Vasen

Vor wenigen Wochen liess sich Russlands Ministerpräsident nach dem Fund antiker Scherben bei einem Tauchgang feiern. Jetzt gab sein Sprecher zu: Es war alles inszeniert.

von
hag

Putin beim Angeln, Putin auf Tigerjagd und Putin beim Tauchen - Russlands Ministerpräsident setzt sich regelmässig als Abenteurer und starker Mann in Szene. Auch beim jüngsten Coup. Putin hatte sich im August dabei filmen lassen, wie er - welch Zufall! - Bruchstücke antiker griechischer Vasen an der Meerenge von Kertsch bei einem Tauchgang entdeckte und an Land brachte. Offenbar stammten die Vasen aus der damaligen griechischen Kolonie Phanagoria und lagen 1500 Jahre unentdeckt auf dem Meeresboden.

Wie hatte er das geschafft? Diese Frage drängte sich sogar unkritischen Zuschauern auf. Die russische Agentur Interfax meldete damals, er habe an dem Tag extrem klare Sicht gehabt. Die anwesenden Zeugen jubelten ihm zu. Doch der international mit grossem Medien-Tamtam begleitete Auftritt entpuppt sich jetzt als grosser PR-Gag. Nachdem kritische Stimmen laut geworden sind, rudert Putins Sprecher Peskow zurück und erklärt dem Fernsehsender Dozhd, die Vasen seien zuvor von Archäologen entdeckt und dort für Putin platziert worden.

Für jeden offensichtlich?

Kritik an der Aktion wollte Peskow aber nicht gelten lassen. Die Inszenierung sei offensichtlich, sagte er: «Das ist völlig normal.» Er macht sich sogar darüber lustig, es sei doch offensichtlich, dass Putin die Vasen nicht auf dem Grund gefunden habe, wo sie über 1000 Jahre lagen, noch dazu in einem bis zur Sterilität gesäuberten Zustand. Dumm also, wer die Geschichte geglaubt hatte. Doch damit ist der antike Scherbenhaufen keinesfalls aus der Welt geräumt. Die Glaubwürdigkeit des Präsidenten-Kandidaten hat eine hässliche Schramme bekommen.

Video: Putin holt eine Vase aus dem Schwarzen Meer.

(hag/sda)

Super-Bundesrat

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