James Webb - Super-Teleskop erfolgreich ins All gestartet

James WebbSuper-Teleskop erfolgreich ins All gestartet

Nach jahrzehntelanger Planung, Kostenexplosionen und mehreren Startverschiebungen ist das bislang grösste und leistungsfähigste Teleskop der Raumfahrtgeschichte am Samstag erfolgreich ins Weltall aufgebrochen.

von
Newsdesk
Rakete mit Weltraumteleskop James Webb an Bord gestartet

Eine Rakete mit dem Weltraumteleskop James Webb an Bord ist ins All gestartet. Das James-Webb-Teleskop soll die Frühzeit des Universums vor 13 Milliarden Jahren erforschen, nur wenige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall. (Video: Nasa)

Deine Meinung

Samstag, 25.12.2021

Teleskop begibt sich auf vierwöchige Reise

Alle Parameter sowie der Kurs des Teleskops sind normal und wie berechnet. Alles lief perfekt. Nun befindet sich das James-Webb-Weltraumteleskop auf seiner Reise – der Weg bis zum etwa 1,5 Millionen Kilometer entfernten Zielorbit dauert zirka vier Wochen.

«Barbecue roll»-Manöver

Um sich vor der Sonnenstrahlung zu schützen, dreht sich das Teleskop um die eigene Achse.

Teleskop in 210 Kilometern Höhe

Das Teleskop befindet sich nun in 210 Kilometern Höhe und hat eine Geschwindigkeit von etwa sieben Kilometern pro Sekunde (ca. 25'000 km/h). Noch immer befindet es sich auf dem vorgesehenen Kurs.

Nasa

Teleskop ist ungeschützt im Weltraum

Das Teleskop befindet sich nun ungeschützt im Weltraum. Das Teleskop wird noch eine halbe Stunde angetrieben, bevor das Spacecraft sich löst.

Nasa

Die Rakete des James-Webb-Weltraumteleskops ist auf Kurs

Die Ariane-5-Rakete des James-Webb-Weltraumteleskops ist auf dem geplanten Kurs. Gemäss Jean-Luc Voyer verläuft alles wie geplant. Die Feststoffbooster wurden abgespaltet.

Die Ariane-5-Rakete ist auf Kurs.

Die Ariane-5-Rakete ist auf Kurs.

Nasa

Lift-off

Der Director of Operations, Jean-Luc Voyer, hat informiert, dass die «Décollage» (der Lift-off) pünktlich erfolgen wird. Mit dem Ablauf des Countdowns ist das Weltraumteleskop wie geplant um 13.20 Uhr ins All gestartet.

Wetter ist günstig

Alle Wetter-Parameter sind günstig und im grünen Bereich, vermeldet die ESA. Der Start des James-Webb-Weltraumteleskops wird allem Anschein nach pünktlich um 13.20 Uhr erfolgen.

Start zwischen 13.20 und 13.52 Uhr

Das Weltraumteleskop James Webb soll heute zwischen 13.20 und 13.52 Uhr Schweizer Zeit starten. Der Start erfolgt vom Weltraumbahnhof in Französisch-Guyana aus. Er wurde drei Mal verschoben.

Das neue Teleskop übertrifft seinen Vorgänger Hubble in Grösse und Komplexität bei weitem. Sein Spiegel misst 6,50 Meter im Durchmesser und muss gefaltet werden, um überhaupt in die Ariane-5-Rakete zu passen, die das Teleskop auf seine Umlaufbahn bringen wird.

Teleskop soll Milliarden Jahre zurück ins Universum blicken

Das James-Webb-Teleskop soll die Frühzeit des Universums erforschen, nur wenige Hundert Millionen Jahre nach dem Urknall. Es werde «einen nie zuvor gesehenen Teil von Raum und Zeit direkt beobachten», erklärt die US-Weltraumbehörde NASA.

Weiter in den Weltraum zu blicken bedeutet, weiter zurück in die Vergangenheit zu sehen. Während das Licht der Sonne acht Minuten braucht, um unsere Augen auf der Erde zu erreichen, wird das neue Teleskop das Licht der ersten Galaxien einfangen, die vor mehr als 13,4 Milliarden Jahren entstanden sind.

Der Spiegel des James Webb Teleskops, wie er am 2. November von der Nasa präsentiert wurde.

Der Spiegel des James Webb Teleskops, wie er am 2. November von der Nasa präsentiert wurde.

REUTERS

Der Hubble-Satellit, der seit 1990 im Einsatz ist, beobachtet hauptsächlich das sichtbare Licht. Webb hingegen konzentriert sich auf die Infrarot-Strahlung. Das Teleskop werde noch genauere Bilder liefern, mit einer 100-mal höheren Empfindlichkeit, sagt der Schweizer Astrophysiker Pascal Oesch. Er ist sich sicher, dass «viel, viel mehr Galaxien enthüllt werden, die aber viel weniger hell sind».

Webb soll dazu beitragen, eine Schlüsselphase in der Entwicklung des Universums zu erklären, als «die Lichter angingen, als die allerersten Sterne zu entstehen begannen», erläutert Oesch. Letztlich geht es auch darum, herauszufinden, ob die Erde einzigartig ist oder ob es ähnliche Planeten gibt, auf denen Leben entstehen könnte.

64 Kommentare