Bussen via QR-Code: «Super, trotzdem möchte ich es nicht unbedingt ausprobieren»
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Bussen via QR-Code«Super, trotzdem möchte ich es nicht unbedingt ausprobieren»

Ordnungsbussen werden digital: Ab Dienstag können Bussen per QR-Code oder Onlineportal bezahlt werden. Damit spart die Polizei ordentlich Zeit.

von
Gianni Walther
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Wer ab Dienstag im Kanton Luzern eine Ordnungsbusse kassiert, erhält neu einen Zettel mit einem QR-Code.

Wer ab Dienstag im Kanton Luzern eine Ordnungsbusse kassiert, erhält neu einen Zettel mit einem QR-Code.

Luzerner Polizei
Die gewohnten Bussenzettel mit Einzahlungsschein sind Geschichte. (Symbolbild)

Die gewohnten Bussenzettel mit Einzahlungsschein sind Geschichte. (Symbolbild)

KEYSTONE
Über den QR-Code gelangt man zu einem Bussenportal. 

Über den QR-Code gelangt man zu einem Bussenportal.

Luzerner Polizei

Darum gehts

  • Wer im Kanton Luzern eine Ordnungsbusse bekommt, kriegt neu einen QR-Code anstatt des gewohnten Bussenzettels.
  • Bussen können neu digital bezahlt und angefochten werden.
  • Wer weder ein Smartphone noch einen Internetzugang hat, kann Bussen nach wie vor per Einzahlungsschein bezahlen.
  • Das neue System spart der Polizei viel Zeit, die sie nun für andere Aufgaben einsetzen kann.

Zu schnell gefahren, zu lange parkiert oder Müll auf den Boden geworfen? Wer in einer solchen Situation von der Polizei kontrolliert wird, kriegt in der Regel eine Ordnungsbusse. Bislang erhielten die Gebüssten ihre Busse in Form von Papier. «Bislang wurden Ordnungsbussen durch die Luzerner Polizei handschriftlich ausgeführt oder mit einem Gerät erfasst, welche seit über zehn Jahren im Einsatz sind», heisst es in einer Mitteilung der Luzerner Polizei.

Ab heute Dienstag ändert sich das. Die Bussen werden digital: Die Polizei setzt dabei auf ein System, das bereits im Kanton Zürich, St. Gallen und Basel-Stadt eingesetzt wird. Polizei sowie Sicherheitsassistenz erfassen die Ordnungsbussen neu über eine App auf ihrem Diensthandy. Die Daten landen in einem Bussenportal zur weiteren Verarbeitung.

Polizei spart durch Bussen-App viel Zeit ein

Wer gebüsst wird, erhält anstatt der gewohnten Busse und Einzahlungsschein neu einen Zettel mit einem QR-Code. Diesen können Gebüsste scannen, anschliessend werden sie auf ein Bussenportal weitergeleitet. Dort werden das Vergehen und die Höhe der Busse angezeigt und die Busse kann man direkt online bezahlen. Wer kein Smartphone oder QR-Code-Scanner besitzt, kann dies auch über das Webportal bussen.polizei.lu.ch erledigen.

Wer keine digitale Möglichkeit hat, entkommt der Busse jedoch nicht. «Wer weder über Smartphone noch Internetzugang verfügt, kann mit dem QR-Code beim Polizeiposten vorbeigehen und einen Einzahlungsschein verlangen», sagt der Mediensprecher der Luzerner Polizei Christian Bertschi. «Wer die Busse nicht innert 30 Tagen bezahlt, erhält per Post einen Einzahlungsschein zugeschickt», so Bertschi weiter.

Schwierigkeiten mit QR-Codes in der Stadt Zürich

Mit dem neuen System spart die Polizei viel Aufwand ein. Denn: Früher mussten Polizeiangehörige die Bussen nach dem Ausstellen auch noch im System der Polizei erfassen. «Das dauerte je nach Busse zwischen ein bis zwei Minuten», so Bertschi. Bei rund 70’000 Bussen jährlich kann die Polizei also einiges an Zeit einsparen. «Dank der Zeitersparnis haben wir mehr Kapazität für andere Aufgaben», sagt der Sprecher.

In sozialen Medien erhält die Polizei Zuspruch für das neue System. Einige User freuen sich, dass sie Bussen endlich online bezahlen könnten, auch wenn die Freude über eine Busse dann doch nicht so gross sein dürfte. «Super Sache, trotzdem möchte ich es nicht unbedingt sofort ausprobieren!», meint ein Facebook-Nutzer denn auch scherzhaft.

In der Stadt Zürich sorgte die Einführung von QR-Code-Bussen im Mai für Ärger bei vielen Gebüssten. So kam in mehreren Fällen zu Fehlermeldungen und auch Zahlungen via Twint funktionierten zeitweise nicht. In Luzern soll es diese Probleme nicht geben. So benutzt die Luzerner Polizei eine App eines anderen Anbieters. Probleme, wie es sie bei der Stadtpolizei Zürich gegeben hat, seien von diesem System nicht bekannt.

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