Neue Bedrohung: Super-Virus in Fabriken eingedrungen
Aktualisiert

Neue BedrohungSuper-Virus in Fabriken eingedrungen

So einen Wurm hat es noch nie zuvor gegeben: Der Computer-Schädling Stuxnet verbreitet sich nicht massenhaft, sondern attackiert gezielt Industrieanlagen. Hinter dem Schädling soll ein Staat stehen.

von
ast

Nach Ansicht von Experten handelt es sich bei Stuxnet vermutlich um den komplexesten Computerschädling, der je entwickelt worden ist. Der Wurm wurde speziell programmiert, um Siemens-Industrieanlagen zu infizieren.

Weltweit zählte Siemens bislang nur 15 Infektionen, darunter in den USA, England, Südkorea und vor allem dem Iran. Ziel des Wurms ist es nicht nur, Informationen zu sammeln. Er ist auch fähig, die Industrieanlagen zu reprogrammieren. Konkrete Störungen wurden bislang aber noch nicht beobachtet.

Lücke geschlossen

Der Wurm fiel über eine - letzte Woche von Microsoft geschlossene - Sicherheitslücke in die Windows-Systeme ein, auf denen eine Siemens-Steuerungssoftware läuft. Der Schädling ist derart komplex, dass momentan noch unklar ist, ob er auch in Zukunft noch Schäden anrichten könnte. Immerhin ist mittlerweile der Server, über den die infizierten Systeme Befehle erhielten, in sicheren Händen.

Seit mehreren Jahren intensivieren sich Angriffe auf Firmen mit wertvollem Know-how. Der spektakulärste Angriff dieses Jahres galt dem Internet-Giganten Google. Angreifer aus China hatten versucht, Daten von geschützten Google-Servern zu stehlen.

Verheerende Fabrikunfälle denkbar

Neu an Stuxnet ist, dass erstmals ein Virus Fabrikhallen erreicht hat. «So etwas haben wir noch nie gesehen», sagte Liam O'Murchu von Symantec. Theoretisch könnte ein Wurm, der die Kontrolle über Industriesteuerungsanlagen erlangt, etwa Ventile in Chemieanlagen manipulieren und so für verheerende Unfälle sorgen.

Unklar ist derzeit, wer hinter dem komplizierten Schädling steckt. Roel Schouwenberg von Kaspersky Lab vermutet, dass Stuxnet von einem Staat entwickelt wurde. Und Liam O'Murchu bestätigte, dass der ausgefeilte Schädling nicht von einem Anfänger programmiert wurde: «Das ist definitiv kein typischer Angriff.»

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