Denver Broncos: Superbowl-Sieger ohne Chef – macht nichts
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Denver BroncosSuperbowl-Sieger ohne Chef – macht nichts

Die Legende ist weg, sein Nachfolger ist ebenfalls nicht mehr da – den Denver Broncos fehlt ein Quarterback. In Panik gerät deswegen niemand.

von
hua

Ein Football-Team ohne Quarterback? Kaum zu glauben. Ein Superbowl-Sieger ohne richtigen Quarterback? Unvorstellbar. In Denver ist das aber Tatsache. Die Broncos gewannen Anfang Februar noch die 50. Superbowl-Austragung. Seither ist viel passiert.

Legende Peyton Manning, einer der besten Quarterbacks aller Zeiten, ist nach 18 Jahren in der NFL zurückgetreten. Und kaum hatte der 39-Jährige seinen Abgang offiziell bekannt gegeben – es war keine Überraschung, Experten hatten schon lange damit gerechnet –, machte die neue Nummer 1 im Kader der Broncos von sich reden: Brock Osweiler unterschrieb zwei Tage später einen Vierjahres-Vertrag – aber bei den Houston Texans. In der texanischen Grossstadt soll der 25-Jährige das Doppelte verdienen wie bisher in Denver. In Zahlen heisst das: 72 Millionen Dollar in vier Jahren.

Osweiler fiel der Abschied schwer

«Nach Houston zu wechseln, bot mir eine Möglichkeit, die ich mir nicht entgehen lassen konnte», erklärt es Osweiler etwas lapidarer. Der Abschied vom Champion sei ihm aber schwergefallen, denn «ich hatte vier unglaubliche Saisons hier». In Houston wird der 25-Jährige Brian Hoyer ersetzen. Damit verbleibt in Denver nunmehr Trevor Siemian als letzter Quarterback im Kader. Der 24-Jährige wird aber mit grosser Sicherheit keine Chance als startender Quarterback erhalten. Somit haben die Denver Broncos keinen richtigen Spielführer.

Und obwohl der Champion keinen Star in Aussicht hat, bricht niemand in Panik aus. Schliesslich gewannen die Broncos in der vergangenen Saison die Meisterschaft auch ohne überragenden QB. Manning war lange verletzt, und wenn er spielte, war er nicht mehr so überragend wie früher. Osweiler war zwar solid, aber kein Star, der mit starken Statistiken seine Kritiker überzeugen konnte. Kein Problem, denn die Denver-Defensive machte einen überragenden Job. Dank der D-Line gewannen die Broncos auch die Superbowl.

Kommt Kaepernick aus San Francisco?

Natürlich macht sich die Franchise trotzdem auf die Suche nach einem neuen Spielführer. Ein realistisches Ziel soll Colin Kaepernick von den San Francisco 49ers sein. Die Kalifornier scheinen nicht abgeneigt, ihren nicht mehr so schillernden Star abzugeben. Der 28-Jährige zeigte eine schwache vergangene Saison und die 49ers hatten nie eine reale Chance auf einen Playoff-Platz. Denvers General Manager John Elway, als Quarterback einst selbst zweifacher Superbowl-Champ mit den Broncos, wäre Kaepernick nicht abgeneigt. «Ich habe Colins Spielstil immer gemocht», sagte Elway noch vor Beginn der letzten Spielzeit. Und auch der QB soll nichts gegen einen Trade haben.

Zwar haben die Broncos bereits Mark Sanchez von den Philadelphia Eagles ins Kader geholt, aber niemand in Denver geht davon aus, dass der 29-Jährige als Starting Quarterback eingesetzt werden wird. Denn bei den Eagles war Sanchez meistens nur Ersatz. Das wird sich auch in der Mile-High-City nicht ändern.

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