Aktualisiert 13.01.2014 23:54

WatsonSupercomputer muss noch viel lernen

Um den Supercomputer Watson weiterzuentwickeln, will IBM eine Milliarde US-Dollar investieren. Die neu gegründete Watson Business Group soll den Rechner umsatzstärker machen.

von
pst

Die in New York ansässige, bis zu 2500 Angestellte zählende Watson Business Group betätigt sich in den Bereichen Forschung, Software, Services und Vertrieb. Ziel des neuen Geschäftsbereichs ist es, Anwendungen für kognitives Computing zum wirtschaftlichen Erfolg zu führen. Die neue Abteilung und die geplanten Investitionen sieht IBM-CEO Ginny Rometty als «eine neue Ära der Maschine-Mensch-Zusammenarbeit».

Der Supercomputer Watson sorgte 2011 mit seinem Sieg in der Quizshow «Jeopardy» für Schlagzeilen, als er zwei menschliche Gegner übertrumpfte. Damals war Watson noch so gross wie ein ganzes Zimmer. Mittlerweile konnten seine Dimensionen auf die Grösse von drei Pizzaschachteln reduziert werden, und er läuft 24-mal schneller als 2011.

Für Rometty ist Watson der Beginn eines neuen, dritten Computerzeitalters. Im ersten sei es hauptsächlich um Berechnungen gegangen, während das zweite durch die Einführung des Mainframes die Ära des Programmierens darstellte. Das dritte Zeitalter bringe schliesslich lernfähige Systeme hervor. Watson sei «so gestaltet, dass er mit der Zeit klüger wird. Er kann die Nadel im Heuhaufen finden und ist mit dem Heuhaufen vertraut. Er versteht die Auswirkungen von Fragen», so Rometty.

100 Millionen Dollar für Start-ups

Die Herausforderung besteht nun darin, Watson mit Kunden zusammen auf eine neue Ebene zu bringen. «IBM wird neue Produkte und neue Möglichkeiten vorstellen, die zeigen werden, was wir uns unter kognitivem Computing vorstellen», so Michael Rhodin, Chef der Watson Business Group. «Was Sie bisher von Watson gesehen haben, ist nur die Spitze des Eisbergs. Watson hat gerade erst begonnen. Er lernt noch.»

Um dem Supercomputer den Weg in den Massenmarkt zu ebnen, will man Start-ups, die kognitive Anwendungen entwickeln, mit 100 Millionen US-Dollar unterstützen.

Einem Bericht des «Wall Street Journal» zufolge hat Watson seit 2011 weniger als 100 Millionen Dollar Umsatz generiert. Demgegenüber erscheint die IBM-Erwartung, dass der Superrechner innerhalb von 10 Jahren zu einem Geschäftsbereich mit 10 Milliarden Dollar aufsteigt, ziemlich ambitioniert.

(Video: Youtube/IBM)

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