Superergebnis für Logitech, doch Aktie bricht ein
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Superergebnis für Logitech, doch Aktie bricht ein

Logitech hat seinen Umsatz im dritten Quartal erstmals auf über eine halbe Mrd. Dollar gesteigert. Das Plus von 19 Prozent auf 574 Mio. Dollar enttäuschte aber die Börse, die Aktie brach ein.

Analysten hatten im Schnitt einen Umsatz von 589 Mio. Dollar erwartet. Zudem ist der Logitech-Umsatz mit &19 Prozent deutlich schwächer gewachsen als im ersten (plus 26 Prozent) und im zweiten (plus 28 Prozent) Quartal.

Der Betriebsgewinn liegt mit 80,7 Mio. Dollar um 10 Prozent über dem Vorjahreswert, wie Logitech am Donnerstag mitteilte. Der Reingewinn stieg im dritten Quartal (per Ende Dezember) des Geschäftsjahres 2005/06 um 11 Prozent auf 71,3 Mio. Dollar.

Auch diese Zahlen enttäuschten die Finanzgemeinde. Analysten hatten einen Betriebsgewinn von 88 Mio. Dollar und einen Reingewinn von 76 Mio. Dollar vorhergesagt.

Diese gebremste Dynamik setzte die Logitech-Aktie schwer unter Druck. Der Titel brach ein und sackte bis Börsenschluss um 15,6 Prozent auf 54 Fr. ab. Zeitweise hatte das Kursminus zeitweise 18 Prozent betragen. Im vergangenen Jahr hatte die Aktie mit einem Plus von knapp 80 Prozent noch zu den Börsenlieblingen gehört.

Erfolg in Serie

Den Umsatzanstieg führt das Unternehmen auf das starke Wachstum im Audio-, Video- und Fernbedienungssegment zurück. Der Einzelhandelsumsatz stieg demnach um 19 Prozent. Rückläufig waren allerdings die Umsätze bei den Computertastaturen und Mäusen, die zusammen rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes stellen.

So sank der Einzelhandelsumsatz von schnurlosen Tastaturen und Mäusen um knapp 7 Prozent; und von den klassischen, kabelgebundenen Varianten wurden wertmässig rund 5 Prozent weniger abgesetzt.

Im kommenden Geschäftsjahr 2006/07 sollte die Schnurlos-Sparte aber wieder wachsen, sagte Konzernchef Guerrino De Luca gemäss der Nachrichtenagentur Reuters an einer Telefonkonferenz. Bei den kabelgebundenen Produkten schaue es nicht so gut aus. Der Bereich Corded (kabelgebunden) werde nicht zum Wachstum beitragen.

Die Wachstumsdelle kommt für Vontobel-Analyst Panagiotis Spiliopoulos nach den schlechten Zahlen von Intel nicht unerwartet. Intel hatte im vergangenen Quartal unter der nachlassenden Nachfrage nach Desktop-Computern, einem klassischen Absatzfeld für Logitechs Eingabegeräte, gelitten.

Boom dank Internet

Zu den «Highlights» des laufenden Geschäftsjahres zählt Logitech dagegen der um 44 Prozent gestiegende Einzelhandelsumsatz mit Videoprodukten. Die Steigerung bei Logitech-Lautsprechern lag bei 144 Prozent.

Eine Steigerungsrate von 90 Prozent verzeichnete Logitech mit PC- Kopfhörern. Dies zeige die zunehmende Beliebtheit der Audiokommunikation über das Internet.

Für das gesamte Geschäftsjahr werde nun ein Umsatzwachstum von mindestens 20 Prozent angestrebt. Bisher galten 18 bis 20 Prozent als Zielwert. Das Wachstum des Betriebsergebnisses für das Gesamtjahr dürfte 15 Prozent übersteigen.

Als vorläufige Finanzziele für das Geschäftsjahr 2007 gibt Logitech sowohl für den Umsatz als auch den Betriebsgewinn eine Steigerung von 15 Prozent im Vorjahresvergleich an. (dapd)

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