Dahmspiegelung: Superfan wird Superman
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DahmspiegelungSuperfan wird Superman

Herbert Chávez hat sich bereits mehrfach operieren lassen, um wie sein Idol Superman auszusehen. Dieser Philippino hat Krypton im Kopf, diagnostiziert Internet-Internist Philipp Dahm.

Was tut der geneigte Fan nicht alles, um seinem Idol näherzukommen? Mädchen kaufen den Glitzer-Nagellack von Schnuckel-Schnulze Justin Bieber, während Jungs zur Jennifer-Lopez-Gummisusi greifen. Herbert Chávez toppt sie alle: Der 35-jährige Philippino hat sich seit 1995 mehrfach im Gesicht operieren lassen, um wie Superman auszusehen. Oder genauer gesagt wie Christopher Reeve, der der Comicfigur in dem Hollywoodstreifen von 1978 Leben einhauchte. Deshalb hat Herbert sich nicht nur die Nase und das Kinn richten lassen, sondern sich auch Fett in die Lippen spritzen lassen.

In den Oberschenkeln sorgen Implantate dafür, dass Chávez nicht erst mühevoll Muskeln im Fitnessstudio aufbauen muss – und er hat sich auch noch Bauchfett absaugen lassen. Das ist mal ein Held! Und damit nicht genug der einschneidenden Ideen: In Zukunft will sich der rastlose Rächer, der ausgerechnet als Trainer für Schönheitswettbewerbe sein Geld verdient, einer komplizierten Operation unterziehen, die seine Beine verlängern soll. Zumindest in Sachen Verstrahltheit dürfte der Mann das Niveau seines Vorbildes vom Planeten Krypton erreicht haben.

«Körperdysmorphe Störung» macht Herbert zum Helden

Wer jetzt meint, der Mann sei meschugge und reif für den Psychiater, hat absolut Recht. Ein Seelenklempner erläuterte dem philippinischen Sender «Bandila News», dass der Möchtegern an «Körperdysmorpher Störung» leidet. «Ich bin mein Leben lang Fan von Superman gewesen, nachdem mir ein Kostüm geschenkt wurde, als ich ein Kind war», erklärte der asiatische Patient. «Nachdem ich 1990 angefangen hatte, mein eigenes Geld zu verdienenn, konnte ich mir die Superman-Figuren leisten, die ich seit 21 Jahren sammle.» Und wenn Sie die Sammlung in Chávez' Haus in Calamba City in obiger Bildstrecke sehen, wissen Sie, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Zumindest wenn man auf durchgedrehte, 35-jährige Knaben steht.

Vielleicht gab es dort noch mehr Gestörte, wo das Fernsehen auf Herbert Chávez aufmerksam geworden ist: «Superman» gewann nämlich den Lookalike-Wettbewerb «My Hero». Trotz überviel Rouge im blassen Gesicht und der Plastik-Haartolle, die auf seinen Kopf transplantiert worden ist, hätte es den guten Mann allerdings deutlich schlimmer treffen können. Denken Sie nur mal an den Aufwand, den eine Obsession für «Wonder Woman» oder «Elektra» ausgelöst hätte. Haarig wäre auch ein Faible für «Wolfman», während die Vorstellung eines irren «Hellboy»-Fans doch dämonisch daherkommt.

So berichtete das TV über «Superman»

Philipp Dahm ist der zwanghafteste Surfer an den Stränden von Absurdistan. Was er hier schreibt, ist nicht einfach seine persönliche Meinung, sondern ganz und gar seine persönliche Erfahrung: Die Welt spinnt! Dem Wahnsinn begegnet? Mail an dahmspiegelung@20minuten.ch

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