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A380 für EmiratesSuperjumbo verleiht dem Luxus Flügel

Das Airbus-Werk in Hamburg hat heute seinen ersten Riesen-Jumbo A380 ausgeliefert - mit erheblicher Verzögerung. Dafür mit einer Luxusausstattung, die ihresgleichen sucht.

Käufer der Maschine ist die arabische Fluggesellschaft Emirates. Die in Dubai beheimatete Airline nahm in einer feierlichen Zeremonie den ersten ihrer insgesamt 58 bestellten Superjumbos entgegen.

Der A380 bietet Platz für 489 Passagiere und ist ein extrem luxuriös ausgestattetes Modell. Nach Angaben von Emirates ist sie die einzige kommerzielle Fluggesellschaft, die Duschen an Bord bietet. Ausserdem ist die Maschine mit Whirlpools, Bars und Privat-Suiten ausgestattet. Der Riesenjumbo sollte am Montag nach Dubai fliegen und von dort am 1. August seinen Linienflug nach New York aufnehmen.

Lieferprobleme

Die erste A380 überhaupt war bereits im vergangenen Oktober im französischen Toulouse der Singapore Airlines übergeben worden, mit rund eineinhalb Jahren Verspätung.

Die Arbeitsteilung beim Airbus-Konzern sieht vor, dass Kunden aus Europa und dem Nahen Osten die A380 in Hamburg abholen. Dort sollen nach bisherigem Stand 119 der bislang fest 198 bestellten A380-Maschinen ausgeliefert werden.

Produktionsprobleme - unter anderem bei der Verkabelung im Hamburger Werk - hatten dazu geführt, dass Airbus hinter dem ursprünglichen Zeitplan für die A380-Auslieferungen um Monate zurückliegt.

2008 sollen insgesamt 12 Maschinen an die Kunden übergeben werden und im nächsten Jahr 21 Stück, bisher waren 26 geplant. Derzeit wird laut Airbus-Chef Thomas Enders ein A380 pro Monat hergestellt.

Weitere Bestellungen

Emirates gab bei der feierlichen Übergabe der A380 in Hamburg zudem den Auftrag für 30 Maschinen des Typs A350, der noch in der Entwicklung ist, sowie für 30 A330-300-Flugzeuge bekannt. Der Preis beträgt insgesamt 13 Mrd. Dollar. Von der A380 hat Emirates 58 Maschinen bestellt.

Mit 58 Bestellungen liegt Emirates an der Spitze der A380-Kunden. Dann folgen die australische Airline Qantas Airways mit 20, Singapore Airlines mit 19 und Lufthansa mit 15 bestellten Maschinen. Insgesamt hat Airbus nach eigenen Angaben bisher 202 Bestellungen und Kaufabsichtserklärungen von 17 Kunden in den Büchern stehen. Der erste Doppeldecker wurde im vergangenen Oktober an Singapore Airlines ausgeliefert.

$$VIDEO$$ (sda)

Der Flugzeugbau bei Airbus: ein multinationales Puzzle

Der Flugzeugbau bei Airbus ist ein multinationales Puzzle. Die wichtigsten Standorte für die Teilefertigung und Endmontage befinden sich in Frankreich, Deutschland, Grossbritannien und Spanien.

Die Tochtergesellschaft des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS ist der grösste europäische Flugzeughersteller. Airbus hat 57 000 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von rund 25 Mrd. Euro.

Toulouse im Süden Frankreichs ist Sitz der Zentrale. Dort ist die Montage für Flugzeuge der Typen A320, A330, A340 und A380 angesiedelt. Der Standort mit 17 000 Beschäftigten hat eine lange Tradition im Flugzeugbau. Dort wurde schon der Überschall-Jet Concorde gebaut.

Am zweitgrössten Standort in Hamburg ist die Zentrale von Airbus Deutschland angesiedelt. Dort befindet sich konzernweit die Leitung des Kurz- und Mittelstreckenprogramms A320. Der Standort mit 12 000 Beschäftigten montiert die zu diesem Programm gehörenden Modelle A318, A319 und A321.

Die grossen A380-Flugzeuge werden in Hamburg lackiert und ausgestattet. Kunden aus dem Nahen Osten und Europa holen dort ihre neuen Flugzeuge vom Typ A380 ab.

An den britischen Standorten Filton und Broughton mit jeweils etwa 5000 Mitarbeitern ist die Entwicklung und Produktion der Tragflächen konzentriert.

Die spanischen Standorte in Puerto Real, Illescas und Getafe mit zusammen 3000 Mitarbeitern sind auf die Höhenleitwerke der Airbus- Flugzeuge spezialisiert. Diese Bauteile sind am Heck montiert und mit dem Seitenleitwerk für die Steuerung der Maschinen notwendig.

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