Aktualisiert 16.03.2020 15:40

Tröpfchensystem

Bündner Supermärkte begrenzen Anzahl Kunden

In den Migros-Filialen im Bündnerland dürfen nur noch 50 Kunden aufs Mal rein. Der Kanton hat eine entsprechende Weisung erlassen.

von
cse
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Vor der Migros-Filiale Masans in Chur stehen die Leute an, um in die Filiale zu gelangen. Diese lässt nur 50 Leute aufs Mal zu.

Vor der Migros-Filiale Masans in Chur stehen die Leute an, um in die Filiale zu gelangen. Diese lässt nur 50 Leute aufs Mal zu.

Leser-Reporter/Leser-Reporter
In der Denner-Filiale in Chur wurden viele Regale bereits leer geräumt und Hamsterkäufe getätigt.

In der Denner-Filiale in Chur wurden viele Regale bereits leer geräumt und Hamsterkäufe getätigt.

Leser-Reporter/Leser-Reporterin
In der Migros Wädenswil gab es am Freitagabend in der Früchteabteilung nicht mehr viel zu holen.

In der Migros Wädenswil gab es am Freitagabend in der Früchteabteilung nicht mehr viel zu holen.

Leser-Reporter

Die 20-Minuten-Leserin C. R. (42) wollte heute Morgen in Chur einen Tageseinkauf machen. Sie fuhr mit ihrem Sohn zur Migros-Filiale Masans in Chur. Dort erfuhr sie, dass diese nur eine begrenzte Anzahl Kunden reinlassen will. «Eine Frau stand mit dem Handy da und hat die Leute gezählt. Dabei bildete sich auch eine kleine Schlange draussen. Da es morgens um kurz vor 8 gewesen ist, musste man aber nicht lange warten, um in den Laden zu kommen.»

R. lobt die Massnahme. «Dann haben sie im Laden auch geordnete Verhältnisse und halten sich zudem besser an die Vorgaben mit den Abständen zwischen den Kunden.» Trotz der Kundenbegrenzung war das WC-Papier aber bereits ausverkauft.

Vorgabe des Kantons

Andreas Bühler, Mediensprecher von Migros Ostschweiz, bestätigt die Einführung des «Tröpfchensystems»: «Wir halten uns konsequent an die Vorgaben der Behörden des Bundes und der Kantone.» In allen Bündner Migros-Filialen werde darum die Kundenanzahl begrenzt. «Vor den Filialen stehen Mitarbeitende, die die Kunden beim Ein- und Austritt zählen. Die Kunden müssen daher allenfalls einen Moment vor der Verkaufsstelle warten, bis sie eingelassen werden», so Bühler.

Im Bündner Amtsblatt vom Montagmorgen wurde nämlich die Weisung erlassen, dass sich in Betrieben nicht mehr als 50 Menschen gleichzeitig aufhalten dürften. Darunter fallen auch die Lebensmittelläden. Der Kanton Graubünden hat am Sonntag als fünfter Kanton den Notstand ausgerufen und die Massnahmen gegen das Coronavirus verschärft. Dagegen gibt es in den allermeisten Kantonen bislang keine Beschränkung der Zahl der Kunden, die sich aufs Mal in einem Geschäft aufhalten dürfen.

4 Quadratmeter pro Kunde

Bemühungen, die Kunden im Laden zu verteilen, gibt es daneben noch im Baselbiet. Gemäss dem Baselbieter Regierungsratsbeschluss vom vergangenen Sonntag werden «Verkaufsstätten und Dienstleistungsbetriebe mit Publikumsverkehr» angehalten, für die Einhaltung der Hygieneregeln des BAG und der sozialen Distanz zu sorgen. So schlägt die Regierung vor, dass sich in den Läden auf vier Quadratmetern etwa nur eine Person befinden sollte.

Rolf Wirz, Sprecher des kantonalen Krisenstabs Basel-Landschaft, sagt: «Auch in unserem Kanton werden Lebensmittelläden dazu aufgefordert, bei Möglichkeit die entsprechenden Richtlinien der 50-Personen-Begrenzung zu befolgen.» Dies sei allerdings abhängig von der Grösse des Ladens.

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