«Pingdemie» in England - Supermärkte wie leergefegt, weil Millionen Briten in Quarantäne sind
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«Pingdemie» in EnglandSupermärkte wie leergefegt, weil Millionen Briten in Quarantäne sind

Weil die britische Warn-App Alarm geschlagen hat, müssen sich Millionen von Briten für zehn Tage zu Hause isolieren. Supermärkten fehlen nun reihenweise Angestellte und auch Warenlieferungen sind verzögert.

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In Englands Supermärkten sind zahlreiche Regale leer, nachdem Millionen Britinnen und Briten zur Quarantäne angewiesen wurden. 

In Englands Supermärkten sind zahlreiche Regale leer, nachdem Millionen Britinnen und Briten zur Quarantäne angewiesen wurden.

AFP
In England sprechen sie von einer «Pingdemie»: So wie das Geräusch, das das Smartphone macht, wenn die Corona-Warn-App den Kontakt zu einem Corona-Erkrankten meldet. 

In England sprechen sie von einer «Pingdemie»: So wie das Geräusch, das das Smartphone macht, wenn die Corona-Warn-App den Kontakt zu einem Corona-Erkrankten meldet.

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Detailhändlerinnen und -händler kommen aufgrund des massiven Personalmangels kaum noch nach die Regale aufzufüllen.

Detailhändlerinnen und -händler kommen aufgrund des massiven Personalmangels kaum noch nach die Regale aufzufüllen.

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Darum gehts

  • In England müssen Millionen in Quarantäne, nachdem sie laut Warn-App Kontakt mit Infizierten hatten.

  • Zehn Tage lang müssen sie zu Hause bleiben.

  • Supermärkte sind nun wegen Hamster-Käufen und Personalmangel komplett überlastet.

In England warnen Supermärkte und Lebensmittelhersteller vor leeren Regalen wegen Personalmangels. Schuld sind die rapide steigenden Corona-Erkrankungen, wegen denen sich Millionen Menschen für zehn Tage in Quarantäne begeben müssen. Die Presse spricht bereits von der «Pingdemie» – benannt nach dem Geräusch des Smartphones, wenn die Corona-Warn-App den Kontakt zu einem Corona-Erkrankten meldet.

Britische Zeitungen zeigten am Donnerstag Fotos von leeren Supermarktregalen. In den Geschäften, aber auch in Unternehmen entlang der Lieferkette fehle es an Personal. «Wir haben unsere Läden die ganze Pandemie hindurch offen gehalten, aber jetzt müssen wir ein oder zwei Läden schliessen und die Öffnungszeiten in anderen reduzieren», sagte der Chef des Tiefkühlkostanbieters Iceland, Richard Walker, dem Sender BBC. «Aber das könnte sich sehr schnell stark verschlechtern.»

«Pingdemie» macht Detailhändlern stark zu schaffen

Rod McKenzie vom Speditionsverband RHA beklagte, seiner Branche fehlten bereits wegen des Brexit Lkw-Fahrerinnen und LKW-Fahrer – die Quarantäneregeln seien jetzt «ein Rezept für Chaos». Andrew Opie vom Einzelhandelsverband sagte, die «Pingdemie» verschärfe den Druck auf den Einzelhandel, die Öffnungszeiten aufrecht zu erhalten. «Die Regierung muss schnell handeln.»

In England sind seit Montag die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben. Es gibt keine Abstandsregeln mehr, auch die Maskenpflicht ist abgeschafft. Regierungschef Boris Johnson setzt voll darauf, dass die Impfungen gegen das Corona-Virus die Zahl der schweren Krankheitsfälle und Todesfälle begrenzen. In England sind knapp 70 Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft. Dennoch erkranken aktuell fast 50’000 Menschen täglich an dem Virus.

Ein Regierungssprecher sagte, die Regierung arbeite «eng» mit den betroffenen Wirtschaftsverbänden an neuen Leitlinien, um mehr Beschäftigte von den Quarantäneregeln auszunehmen. Sie sollten noch am Donnerstag veröffentlicht werden. Ab dem 16. August müssen vollständig Geimpfte bei einem Corona-Kontakt nicht mehr in Quarantäne, sondern können sich täglich testen lassen.

In den Sozialen Medien sorgte die «Pingdemie» für heftige Kritik an der Regierung, die am Montag sämtliche Massnahmen, darunter die Maskenpflicht, aufgehoben hat:

Andere nehmen die «Pingdemie» mit Humor:

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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(AFP/lub)

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