Erdrutschsieg: Supermarkt-Besitzer gewinnt in Panama
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ErdrutschsiegSupermarkt-Besitzer gewinnt in Panama

Der konservative Oppositionskandidat Ricardo Martinelli hat die Präsidentenwahl in Panama gewonnen.

Der 57-jährige Besitzer der grössten Supermarktkette des mittelamerikanischen Landes erzielte mit einem Stimmenanteil von 61 Prozent einen Erdrutschsieg und kündigte an, er wolle eine Regierung der nationalen Einheit bilden. Er tritt sein Amt am 1. Juli an. Die Kandidatin der Regierungskoalition, Balbina Herrera, gestand ihre Niederlage ein.

Die Wahlkommission rief Martinelli beim Auszählungsstand von 80 Prozent der Stimmen offiziell zum Sieger aus. Herrera kam auf 37 Prozent, der frühere Präsident Guillermo Endara folgte abgeschlagen auf Platz drei. Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) berichteten, die Abstimmung sei bei hoher Beteiligung fast problemlos verlaufen.

Martinelli kündigte an, er werde die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit anstreben. «Morgen werden wir alle Panamaer sein und das Land so ändern, dass es ein gutes Gesundheits- und Bildungssystem, ein gutes Verkehrswesen und eine gute Sicherheit hat», sagte er.

Rund 2,2 Millionen Bürger in dem mittelamerikanischen Land waren aufgerufen, neben dem Staatschef auch den Vizepräsidenten, Mitglieder des Parlaments und Bürgermeister zu wählen. Ein zentrales Thema des Wahlkampfs war die Konjunkturentwicklung und dabei besonders der gut fünf Milliarden Dollar teure Ausbau des für das Land wirtschaftlich bedeutenden Panama-Kanals. Beide Kandidaten unterstützen das Vorhaben.

Panamas Wirtschaft wuchs in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt 8,7 Prozent. Die Arbeitslosigkeit fiel unter dem scheidenden Präsidenten Martin Torrijos von 12 auf zuletzt 5,6 Prozent. Auch für dieses Jahr wird trotz der weltweiten Wirtschaftskrise in dem Land mit rund 3,4 Millionen Einwohnern noch ein robustes Wachstum von drei bis vier Prozent erwartet.

(dapd)

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