Supermarktkette 7-Eleven muss alle Filialen in Dänemark wegen Hackern schliessen

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DänemarkSupermarktkette muss alle Filialen im Land wegen Cyberattacke schliessen

Mehr als 170 Filialen von 7-Eleven waren am Montag in Dänemark geschlossen. Schuld war ein Hackerangriff auf das Firmennetzwerk. Die Ermittlungen der Polizei in dem Fall laufen.

von
Tobias Bolzern
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In Dänemark mussten 175 Filialen der Supermarktkette 7-Eleven wegen Hackern schliessen. 

In Dänemark mussten 175 Filialen der Supermarktkette 7-Eleven wegen Hackern schliessen. 

Getty Images
«Wir haben geschlossen wegen eines IT-Ausfalls», heisst es auf einem Schild in der dänischen Stadt Randers.

«Wir haben geschlossen wegen eines IT-Ausfalls», heisst es auf einem Schild in der dänischen Stadt Randers.

AFP
Wer hinter dem Cyberangriff steckt, ist derzeit unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. 

Wer hinter dem Cyberangriff steckt, ist derzeit unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. 

via REUTERS

Darum gehts

  • Ein Cyberangriff hat die Supermarktkette 7-Eleven in Dänemark lahmgelegt. 

  • Das Kassensystem fiel aus, 175 Filialen im Land mussten deshalb schliessen.

  • Wer hinter der Attacke steckt, ist unklar. Die Polizei ermittelt in dem Fall.

  • Auch Tage danach sind noch nicht alle betroffenen Filialen im Land wieder offen.

Und plötzlich ging gar nichts mehr: Die Supermarktkette 7-Eleven in Dänemark ist von einem Hackerangriff getroffen worden. «Alle Filialen im Land nutzen das gleiche Kassensystem. Dieses funktioniert nicht mehr. Darum haben wir ein Schild gebastelt und den Laden geschlossen», schreibt ein Mitarbeiter auf Reddit. Die Firma bestätigte den Vorfall kurze Zeit später. «Der Cyberangriff bedeutet, dass wir im Land keine Kassen mehr nutzen und damit keine Zahlungen empfangen können. Wir halten die Läden geschlossen, bis wir das Ausmass kennen», heisst es in einem Statement, das am 8. August, veröffentlicht wurde.

Wer hinter dem Angriff steckt, ist bisher nicht klar. Der Fall erinnert aber an eine Cyberattacke von 2021 in Schweden. Damals wurde das Netzwerk von Coop-Schweden mit Ransomware der REvil-Gang lahmgelegt. 800 Filialen mussten im Land schliessen. Der Sicherheitsforscher Kevin Beaumont bezeichnete in einem Tweet schon damals solche Vorfälle als «Alptraum und Weckruf für Regierungen und Unternehmen». 

Auch beim Cyberangriff in Dänemark handelt es sich um sogenannte Ransomware. Wird ein Netzwerk damit infiziert, werden alle Dateien, die gefunden werden, verschlüsselt – sprich, zu Kauderwelsch. Um die Daten wieder lesbar zu machen, verlangen die Cyberkriminellen in der Regel ein Lösegeld. Man arbeite eng mit der Polizei zusammen, um den Vorfall zu klären. 7-Eleven gebe darum derzeit keine weiteren Details zum Stand der Ermittlungen bekannt.

Bezahlung nur mit Cash

Nach Angaben des Unternehmens gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass die Attacke Kunden, Partner oder Lieferungen beeinträchtigt hat. «Ich möchte mich bei den Händlern und Mitarbeitenden in den Filialen und im Servicebüro für ihre enormen Anstrengungen und ihre Bereitschaft zur Veränderung bedanken», teilte Jesper Østergaard, CEO von 7-Eleven, auf Facebook mit.

In den letzten zwei Tagen haben einige 7-Eleven-Stores in Dänemark langsam wieder ihre Türen geöffnet. In den Läden konnte jedoch zu Beginn nur mit Bargeld oder per App bezahlt werden. Auch Tage danach sind nach Angaben des Unternehmens noch nicht alle wieder offen. Der Stand am Mittwochabend war, dass 169 Stores geöffnet haben, schreibt Thelocal.dk. 7-Eleven hat weltweit über 77’000 Stores. Das Hauptquartier befindet sich in den USA in Irving, im Bundesstaat Texas. 

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