Riesiger CO2-Fussabdruck - Superreiche leben wie «ökologische Vandalen»
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Riesiger CO₂-FussabdruckSuperreiche leben wie «ökologische Vandalen»

Extrem Reiche verursachen einem Oxfam-Bericht zufolge zigfach mehr klimaschädliche Treibhausgase als der Rest der Menschheit.

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Luxusgüter wie Megajachten, Privatjets und private Raumfahrten schaden dem Klima: Yacht von Amazon-Gründer Jeff Bezos. (2. November 2021)

Luxusgüter wie Megajachten, Privatjets und private Raumfahrten schaden dem Klima: Yacht von Amazon-Gründer Jeff Bezos. (2. November 2021)

Anadolu Agency via AFP/Ali Balli
Mit einem einzigen Weltraumflug verursache ein Milliardär mehr Emissionen als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in einem ganzen Leben zusammenbringe: Jeff Bezos.

Mit einem einzigen Weltraumflug verursache ein Milliardär mehr Emissionen als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in einem ganzen Leben zusammenbringe: Jeff Bezos.

AFP/Paul Ellis
Richard Branson zeigt ein Foto von einem Flug ins All.

Richard Branson zeigt ein Foto von einem Flug ins All.

AFP/Patrick T. Fallon

Darum gehts

  • Oxfam hat auf der Weltklimakonferenz in Glasgow einen Bericht vorgestellt.

  • Es wird festgehalten, dass die Superreichen dieser Welt wie «ökologische Vandalen» leben.

  • Sie verursachen demnach zigfach mehr klimaschädliche Treibhausgase als der Rest der Menschheit.

Die Superreichen in aller Welt leben einer Oxfam-Studie zufolge wie «ökologische Vandalen». Sie verursachen demnach zigfach mehr klimaschädliche Treibhausgase als der Rest der Menschheit. Dagegen bleiben die Pro-Kopf-Emissionen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung auch 2030 weit unter der angestrebten 1,5-Grad-Grenze bei der Erderhitzung. Die reichsten zehn Prozent überschreiten 2030 den Wert aber voraussichtlich um das Neunfache, das reichste Prozent sogar um das 30-fache.

Die Studie wurde von Oxfam auf der Weltklimakonferenz in Glasgow vorgestellt. Sie beruht nach Angaben der Entwicklungsorganisation auf Untersuchungen des Instituts für Europäische Umweltpolitik (IEEP) und des Stockholmer Umweltinstituts (SEI).

«Elite gönnt sich Freifahrtschein»

Das reichste ein Prozent – das sind weniger Menschen als die Bevölkerung Deutschlands – wird laut Oxfam bis 2030 für 16 Prozent der globalen Gesamtemissionen verantwortlich sein. Nafkote Dabi, Klimaexpertin bei Oxfam, sagte dazu: «Eine kleine Elite gönnt sich einen Freifahrtschein für die Zerstörung unseres Klimas.» Dies habe katastrophale Folgen für Millionen Menschen, die bereits jetzt mit tödlichen Stürmen, Hunger und Not konfrontiert seien. Mit einem einzigen Weltraumflug verursache ein Milliardär mehr Emissionen als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in einem ganzen Leben zusammenbringe.

Die Studie zeigt den Angaben zufolge zudem, dass sich die geografische Verteilung bei den Treibhausgasemissionen zunehmend nicht mehr hauptsächlich aus den traditionellen Industrieländern zusammensetzt. Fast ein Viertel (23 Prozent) des reichsten ein Prozent werden Chinesen sein und ein Zehntel (elf Prozent) Inder.

Regierungen sollen extrem Reiche einschränken

Tim Gore, Autor der Studie bei IEEP, erklärte dazu, Regierungen müssten ihre Massnahmen auf die extrem Reichen ausrichten. «Dazu gehören sowohl Massnahmen zur Einschränkung des CO2-Verbrauchs für Luxusgüter wie Megajachten, Privatjets und private Raumfahrt, als auch zur Begrenzung klimaintensiver Investitionen wie Aktienbesitz in der fossilen Brennstoffindustrie.»

Erst am Donnerstag war EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wegen eines rund 20-minütigen Charterflugs aus Wien nach Bratislava in die Kritik geraten. Sowohl vom Europäischen Steuerzahlerbund als auch aus dem Bundestag kamen deutliche Worte. Der Flug sei eine «ökologische Sünde», sagte der Generalsekretär des Steuerzahlerbundes, Michael Jäger, der «Bild»-Zeitung.

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(DPA/chk)

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