Mehr Notfälle: Superreines Kokain bringt Konsumenten ins Spital
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Mehr NotfälleSuperreines Kokain bringt Konsumenten ins Spital

In der Stadt Zürich häufen sich die Notfälle wegen Kokain. Grund dafür ist der stetig steigende Reinheitsgrad.

von
qll
Fachleute sind über den hohen Reinheitsgrad von Kokain in Zürich besorgt.

Fachleute sind über den hohen Reinheitsgrad von Kokain in Zürich besorgt.

Keystone/David Ebener

Der Reinheitsgrad von Kokain in der Stadt Zürich ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dies berichtet die NZZ. Lag der Wert noch vor sechs Jahren bei durchschnittlich 42 Prozent, stieg er im Jahr 2015 auf durchschnittlich 71,7 Prozent. Im Jahr 2016 war er sogar noch höher. Dies geht aus dem Kokain-Bericht des Drogeninformationszentrums der Stadt Zürich hervor.

Gemäss der Zeitung sind Fachleute wegen des hohen Reinheitsgrads besorgt. So sei der Gehalt manchmal bereits so hoch, dass es gefährlich für die Konsumenten wird. Zwar sei es aus pharmakologischer Sicht grundsätzlich besser, wenn ein Stoff so rein wie möglich sei, sagt Hugo Kupferschmidt, Direktor der Notfallgiftberatungsstelle Tox Info Suisse, zur NZZ. «Dann weiss der Konsument genau, was er hat. Er kann gezielt dosieren.» Doch wenn der Konsument an gestrecktes Kokain gewöhnt sei, könne es zu gefährlichen Überdosierungen kommen.

Preise stark gesunken

Unklar ist aber, ob bei Patienten die Ursache ihrer gesundheitlichen Probleme im reinen Stoff oder in den Streckmitteln liegt. Gemäss der NZZ ist die Zahl der Kokain-Notfälle am Zürcher Unispital gestiegen. So wiesen 2014 46 Patienten entsprechende Symptome auf, 2016 seien es bereits 74 gewesen.

Trotz des höheren Reinheitsgrads sinkt der Preis für die Droge. So kostete früher ein Gramm Kokain mehrere hundert Franken. Heute ist es bereits zwischen 60 und 130 Franken erhältlich. Gemäss einer Expertin liegt dies daran, dass mit der Zahl der Konsumenten auch die Zahl der Dealer gestiegen ist.

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