Japanische Forscher überzeugt: Superspreader sind häufig junge Frauen ohne Symptome
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Japanische Forscher überzeugtSuperspreader sind häufig junge Frauen ohne Symptome

Laut Wissenschaftlern spielen Superspreader eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des Coronavirus. Japanische Forscher wollen nun herausgefunden haben, wer die Superspreader sind.

von
Monira Djurdjevic
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Eine Studie aus Japan zeigt anhand einer Cluster-Analyse, wer die Superspreader sind.

Eine Studie aus Japan zeigt anhand einer Cluster-Analyse, wer die Superspreader sind.

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Junge Frauen sollen laut japanischen Forschern besonders häufig Superspreader sein.

Junge Frauen sollen laut japanischen Forschern besonders häufig Superspreader sein.

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Dafür nahmen die Wissenschaftler die Corona-Zahlen in Japan als Grundlage für eine Cluster-Analyse und untersuchten zwischen Januar und April zahlreiche Orte und Situationen, bei denen sich Personen angesteckt hatten.

Dafür nahmen die Wissenschaftler die Corona-Zahlen in Japan als Grundlage für eine Cluster-Analyse und untersuchten zwischen Januar und April zahlreiche Orte und Situationen, bei denen sich Personen angesteckt hatten.

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Darum gehts

  • Eine neue Studie soll zeigen, wer die Superspreader sind.
  • Dafür wurden demografische und regionale Fakten erhoben.
  • Laut japanischen Forschern sind es vor allem junge Frauen, die das Virus verbreiten.

Japans Chefvirologe Hitoshi Oshitani von der Tohoku-Universität in Sendai ging zusammen mit einem Forscherteam der Frage nach, wo das Risiko für eine Ansteckung mit dem Coronavirus besonders hoch ist und wie sich das Virus am stärksten ausbreitet. Dafür nahmen die Wissenschaftler die Corona-Zahlen in Japan als Grundlage für eine Cluster-Analyse und untersuchten zwischen Januar und April zahlreiche Orte und Situationen, bei denen sich Personen angesteckt hatten.

Die Forscher bezeichneten als Cluster, wenn fünf Infektionen am gleichen Ort zur gleichen Zeit entstanden sind. Wie Focus.de unter Berufung auf die im Fachjournal «Emerging Infectious Diseases» erschienene Arbeit berichtet, analysierten die Wissenschaftler insgesamt 61 solcher Cluster mit insgesamt 3184 Infizierten. Zu den Hotspots gehörten Altersheime, Fitnessstudios, Restaurants, Konzerthallen oder Karaoke-Bars. Ansteckungen im selben Haushalt wurden nicht berücksichtigt.

Was ist ein Superspreader?

Superspreader sind nichts anderes als Virenschleudern. So bezeichnen Epidemiologen Menschen, die infiziert sind und besonders viele Menschen anstecken. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass Superspreader eine möglicherweise entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des Coronavirus spielen. Dem «Wall Street Journal» sagte Hendrik Streeck, Leiter des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn, die meisten Fälle weltweit, speziell die meisten Toten, seien auf Superspreader zurückzuführen.

Dabei fanden die Wissenschaftler in 22 Fällen die Person, die für einen Cluster-Ausbruch verantwortlich war. Für die Verbreitung sind laut der Studie vor allem symptomfreie Frauen unter 30 verantwortlich. Warum gerade Frauen das Virus stark verbreiten, können sich die Forscher aber nicht erklären.

Dass die Superspreader grösstenteils zwischen 20 und 39 Jahre alt sind, liege laut den japanischen Forschern daran, dass sich vor allem jüngere Menschen gerne an Orten mit hoher Personendichte, engem Körperkontakt und schlechter Luftzirkulation treffen. Hierbei handelt es sich um Fitnessstudios, Konzerte, Clubs, Bars und Restaurants.

Laut den Forschern könnten die Erkenntnisse helfen, Quarantänemassnahmen viel gezielter anzuwenden.

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