Aktualisiert 25.05.2010 15:34

Musikfestivals

Superstars zu Discount-Preisen

Tiefer Euro-Kurs hilft den Openair-Machern: Dank dem starken Franken können die Schweizer Festivals internationale Top-Acts billig einkaufen.

von
Joel Bedetti
So billig wie selten: Headliner für Openairs. Hier: Placebo.

So billig wie selten: Headliner für Openairs. Hier: Placebo.

Die Schweizer Openair-Organisatoren können sich über den tiefen Kurs von Euro und Dollar freuen: Der starke Franken wird heuer ihre Budgets schonen. Denn die Gagen der teuren internationalen Bands werden manchmal in Dollars, in den meisten Fällen aber in Euro bezahlt. Ersterer ist für lumpige 1 Franken und 16 Rappen das Stück zu haben, und der Euro schlingert auf einem Rekordtief von momentan 1 Franken 42

Da die Openairs die Bezahlung der Gagen unterschiedlich handhaben, wirkt sich der Einfluss der Währungslage aber verschieden stark aufs Budget aus.

Fester Euro-Kurs abgesichert

Dem neuen Openair Zürich bietet der aktuelle Börsenstand eine willkommene Starthilfe. «Wir profitieren spürbar vom Eurokurs», sagt Sprecher Remo Brunner.

Die Gagen der Headliner habe man grossteils schon bezahlt. «Ich habe das Gefühl, dass wir bei einigen gut weggekommen sind - andere haben ihre Gagen wohl dem Kurs angepasst», vermutet Brunner. Bei den Verhandlungen sei darüber aber nie geredet worden.

Die Gagen für die restlichen Bands zahlt das Openair kurz vor oder während dem Festival - aber auch dann können die Organisatoren profitieren:

«Wir haben im günstigen Moment bei der Bank einen festen Euro-Kurs abgesichert», sagt Brunner.

Im richtigen Moment einkaufen

Auch das Openair Gampel, das im August stattfindet und gemäss Mediensprecher Olivier Imboden den Grossteil der Gagen erst zu diesem Zeitpunkt auszahlen wird, will die europäische Börsenbaisse für sich nutzen. «Unsere Spezialisten beobachten den Kurs sehr genau und versuchen, im richtigen Moment die Euros einzukaufen», sagt Imboden. Bei einem Gagenbudget von 1,1 Millionen Franken schlage sich der Eurokurs deutlich aufs Budget nieder.

Andere Festivals scheinen den Kursschwankungen weniger ausgesetzt zu sein. «Als wir die Deals abschlossen, rechneten wir mit einem Eurokurs von rund 1,5 Franken», sagt Micha Günter, Sprecher des Openair Gurten. Deshalb profitiere man ein wenig; im Gesamtbudget werde sich das aber kaum bemerkbar machen.

Vorräte für mehrere Jahre

Ähnlich tönt es beim Openair St. Gallen: «Wir haben immer für mehrere Jahre Euro an Lager, damit sich Kursschwankungen nicht stark aufs Budget auswirken», sagt Cyrill Stadler, Finanzchef des Openair-Verwaltungsrats. Man erwarte also keine grossen Einsparungen. «Weil wegen dem starken Franken umgekehrt auch weniger Besucher aus dem Ausland an unser Openair kommen, gleicht sich der Effekt ungefähr aus», meint Stadler.

Festival-Guide

Line-Ups, Daten und wichtige Infos rund um alle Open-Airs der Schweiz gibts im interaktiven Festival-Guide - von A wie Alpenglühen-Festival bis Z wie Zürisee OpenAir.

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