27.06.2014 20:01

NHL-DraftSupertalent Fiala mit guten Perspektiven

Kevin Fiala dürfte in der Nacht auf Samstag im NHL-Draft in Philadelphia in den Top 30 gezogen - als vierter Schweizer Erstrunden-Draft in den letzten fünf Jahren.

Bereits im Dezember im Trainingslager vor der U20-WM hatte der 17-jährige Fiala gesagt, sein Ziel sei, im NHL-Draft in den Top Ten gezogen zu werden. Das spricht für sein immenses Selbstvertrauen, war er doch zu diesem Zeitpunkt nicht einmal ein sicherer Erstrunden-Draft.

Seither hat er sich aber enorm entwickelt. An der U20-WM in Malmö war er nicht nur der jüngste Spieler im Schweizer Team, sondern mit einem Tor und vier Assists auch der beste Skorer. Danach erhielt er von HV71 Jönköping eine Chance in der Elitserien, die er mit vier Toren und 13 Assists in 25 Partien eindrücklich nutzte. Danach schaffte Fiala gar den Sprung an die A-WM in Minsk, wo er mit unerschrockenen Auftritten überzeugte und sich zwei Assists gutschreiben liess. Er ist erst der dritte Spieler nach den Weissrussen Andrej Kostizyn und Wadim Karaga (beide 2003), der in der gleichen Saison drei Weltmeisterschaften bestritten hat - im April hatte er auch an der U18-WM teilgenommen.

Damit hat sich Fiala bei den NHL-Scouts noch interessanter gemacht. Ende Mai in Toronto beim «Scouting Combine», bei dem aussichtsreiche Draft-Kandidaten eingeladen werden, interviewten ihn sämtliche 30 NHL-Organisationen, wobei ihm Fragen über seine Person und die Familie gestellt wurden. «Es war eine gute Erfahrung für mich», sagte Fiala. Den harten Fitnesstest musste er jedoch nicht absolvieren, da er nach der kurz zuvor zu Ende gegangenen WM eine Pause brauchte. Er habe gewusst, dass die Saison stressig sei, und das werde wohl auch in Zukunft so sein. «Ich muss einfach bereit dazu sein, und das bin ich», erklärte Fiala.

Die Scouts schwärmen

Der Sohn des früheren Eishockey-Spielers Jan Fiala verfügt über sehr gute Hände, ist kreativ, schnell und kann gut antizipieren. Er scheut sich nicht, dorthin zu gehen, wo es weh tut. «Er ist ein Artist», so die Beurteilung eines Scouts. Verbessern muss er sich sicher noch im Defensivspiel, obwohl er auch in diesem Bereich Fortschritte erzielt hat. An der WM in Minsk erreichte er die beste Plus-Minus-Bilanz (plus 3) sämtlicher Schweizer Spieler.

Ob er sein Ziel erreicht, ist aber trotz den starken Leistungen fraglich. Für die Top 20 sollte es aber reichen. Könnte er wählen, würde ihn Kalifornien reizen - die Anaheim Ducks oder die Los Angeles Kings. «Ich bin aufgeregt», sagte Fiala, der am Mittwoch nach Philadelphia gereist ist. Man wisse nie, was passiere. So oder so dürfte er in der nächsten Saison noch für Jönköping spielen. Theoretisch könnte ihn jene Organisation, die ihn zieht, auch zu den Junioren schicken. «Das machen sie aber nicht. Sie wollen mich ja besser machen», ist Fiala überzeugt.

Ehlers ein heisser Top-Ten-Kandidat

Gar noch höher eingestuft als Fiala wird Nikolaj Ehlers, der Sohn des Lausanner Trainers Heinz Ehlers. «Ich hatte mit ein paar Teams sehr gute Meetings», erklärt der Junior. Wer ihn draftet, ist ihm aber egal, geht doch ohnehin ein Traum in Erfüllung.

Der 18-Jährige wohnte von 2007 bis 2013 in der Schweiz und spielte dort für den EHC Biel, für den er 18 Partien in der NLA bestritt (1 Tor/4 Assists). Deshalb gilt er hierzulande als Schweizer, er besitzt aber nur den dänischen Pass. Auf die vergangene Saison hin wechselte er zu den Halifax Mooseheads in die nordamerikanische Juniorenliga QMJHL und schlug dort gleich ein. In der Qualifikation brachte er es in 63 Spielen auf 49 Tore und 55 Assists, womit er die Nummer 4 der Liga war. In den Playoffs erzielte er in 16 Partien 28 Skorerpunkte (11/17). (si)

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