Suppe mit rassistischem Beigeschmack
Aktualisiert

Suppe mit rassistischem Beigeschmack

Nach heftigen Protesten ist die französische Polizei gegen eine rechtsextreme Gruppe vorgegangen, die Suppe mit Schweinefleisch zur Speisung bedürftiger Menschen ausgegeben hat.

Beamte hätten die Vorsitzende der Gruppe «Elsass Solidarität», Chantal Spieler, während der Essensausgabe in Strassburg auf ein Revier gebracht und sie darüber informiert, dass die Armenspeisung untersagt sei, teilte die Polizei mit.

Gegen die Aktion hatten Vertreter der moslemischen und jüdischen Gemeinden im Elsass protestiert. Sie warfen der Gruppe rassistische Motive vor. Weil Juden und Moslems aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen dürfen, seien sie von der Aktion praktisch ausgeschlossen.

Bereits am Freitag hatten die Strassburger Behörden die Aktion verboten, die Gruppe hatte sich am Samstag aber über das Verbot hinweggesetzt. Gruppenchefin Chantal Spieler ist die Frau von Robert Spieler, dem bisherigen Vorsitzenden der rechtsextremen elsässischen Organisation «Alsace d'abord» (»Das Elsass zuerst»).

Spieler, der frühere für den rechtsextremen Front National im Parlament sass, verurteilte das Eingreifen der Polizei als «skandalös». Der Einsatz zeige, dass die Franzosen in einem «totalitären System» leben.

(sda)

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