Alternative zum Snowboard: Surfen im Schnee – mit dem Powder-Board
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Alternative zum SnowboardSurfen im Schnee – mit dem Powder-Board

Ohne Bindung auf einem Brett durch den Schnee gleiten – das kann man mit dem Powder-Surfboard. Ein Winterthurer stellt die Bretter in seiner Werkstatt selbst her.

von
ann

Wer Surfen liebt, sucht dieses Gefühl des Schwebens und Fliegens auch in anderen Sportarten. So wurde vor vielen Jahren das Snowboard entwickelt. Laut dem Winterthurer Simon Basler kommt aber ein anderes Brett im Schnee dem Surfen viel näher: das Powder-Surfboard.

«Du spürst alles intensiver»

Der gelernte Schreiner muss es wissen: Seit sechs Jahren baut er selbst solche Bretter, auf denen man wie beim Wellenreiten ohne Bindung steht. «Durch die Kurven driftet man eher, statt zu carven», beschreibt Basler die Technik.

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In seiner Werkstatt in Winterthur fertigt Schreiner Simon Basler eine neue Art von Brett zum Fahren im Schnee: Das Powsurf-Board.

In seiner Werkstatt in Winterthur fertigt Schreiner Simon Basler eine neue Art von Brett zum Fahren im Schnee: Das Powsurf-Board.

Auf den Powsurfer steht man ohne Bindung.

Auf den Powsurfer steht man ohne Bindung.

Darum ist das Fahren auf dem Brett mehr ein Driften als ein Carven.

Darum ist das Fahren auf dem Brett mehr ein Driften als ein Carven.

Das Fahrgefühl dabei sei unbeschreiblich schön. «Da du nicht auf dem Board festgemacht bist, spürst du alles viel intensiver – es entsteht eine perfekte Harmonie zwischen dir, dem Board und dem Berg», schwärmt er. Der Vorteil der Bretter sei zudem, dass ein kurzer Hang zum Fahren reiche. «Es ist eine neue Herausforderung und macht so viel Spass, dass man einen Nachmittag lang beschäftigt ist.»

Anfragen von fast überall her

Ausserdem brauche man deutlich weniger Schnee zum Fahren. «Je nach Brett genügen schon knapp zehn Zentimeter, so lange es Pulver oder Nassschnee ist. Eis und harter Schnee sind leider nicht fahrbar.» Entsprechend sei das Powder-Surfboard ein Zweitbrett mit dem man an ganz neuen Orten und auch in tieferen Lagen fahren gehen könne.

Die Nachfrage nach den Brettern ist entsprechend gestiegen. Seit einem Jahr betreibt Basler den eigenen Online-Shop Riftboards.com und bietet vier verschiedene Modelle an. Konkurrenz hat er nur in den USA und in Österreich. «Das Geschäft läuft, ich habe Anfragen von fast überall her», sagt der 27-Jährige.

630 Franken pro Brett

Dennoch ist das Fertigen der Bretter mehr ein Hobby für ihn – nebenher arbeitet er weiterhin als Schreiner. «Ich kann nicht wirklich davon leben, dazu müsste ich sie deutlich teurer verkaufen können, aber das zahlt niemand für einen Powsurfer.» Für ihn sei aber der Gedanke, möglichst vielen Leuten die Freude an dieser Sportart weiterzugeben, ein Teil des Lohns, so Basler. 630 Franken kostet derzeit ein Brett aus seiner Werkstatt samt Leash und Pad zum Draufstehen.

Übrigens: Wer gerne selber mal ein Board bauen möchte, kann das ebenfalls bei Riftboards machen. Im Winter finden regelmässig Workshops statt.

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