Ricky Gervais teilt aus: «Susan Boyle sieht aus wie ein Möngi»
Aktualisiert

Ricky Gervais teilt aus«Susan Boyle sieht aus wie ein Möngi»

Einmal mehr nimmt Ricky Gervais, Enfant Terrible der Comedy-Szene, kein Blatt vor den Mund und pfeift auf die Grenzen der politischen Korrektheit.

von
lah

Wer ihn kennt, weiss, dass Ricky Gervais' Witze mitunter ziemlich heftig sein können und häufig auf Kosten von anderen gehen. Doch genau dafür lieben ihn seine Fans. Doch ist der britische Comedian dieses Mal zu weit gegangen?

In seiner Show «Science» versuchte der 50-Jährige das «Phänomen Susan Boyle» zu erklären: Heutzutage genüge es nicht, wenn man «nur» singen könne. Man müsse vor allem gut aussehen, um in der Musikindustrie Erfolg zu haben, meinte er. Bei Susan Boyle funktioniere das allerdings umgekehrt: «Ich finde nicht, dass sie eine grossartige Stimme hat. Es tönt wie eine Pseudo-Oper für Leute, die es nicht besser wissen. Sie wäre nicht da, wo sie heute ist, wenn sie nicht wie ein verdammter ‹Möngi› aussehen würde.»

Das M-Wort scheint es Gervais angetan zu haben. Auf Twitter wünschte er seinen Fans einen «good monging» («mong» ist das englische Wort für «Möngi») und postete ein Foto von sich in «Möngi-Pose». Für die britische Organisation Mencap, die sich für Menschen mit Lernbehinderung einsetzt, geht das zu weit. Sprecher Mark Gale zeigte sich enttäuscht: «Dieser Sprachgebrauch lässt diskriminierende Einstellungen fortbestehen.» Auch Frank Buckley von Down Syndrome Education International klagt Gervais an: «Die meisten Leute finden das so anstössig wie Beleidigungen aufgrund der Herkunft oder sexuellen Orientierung.»

Ricky Gervais bei David Letterman

«Beachtet diese Hasser gar nicht»

Ricky Gervais Golden Globes 2011

Der britische Comedian hingegen versteht den Aufruhr nicht: «Ich habe nie das Wort ‹mongol› benutzt. Ich habe von ‹mong› gesprochen, damit meine ich nicht Leute mit Down Syndrom.» Auf Deutsch würde sich das wohl am ehesten mit «Spasti» übersetzen lassen, was viele Leute im täglichen Sprachgebrauch benutzen, ohne wirklich «Spastiker» zu meinen.

Besonders ernst scheint Gervais die Kritik demnach nicht zu nehmen. Auf Twitter wendete er sich mit folgenden Worten an seine Fans: «Beachtet diese Hasser gar nicht. Diese Leute sind nicht aufgebracht wegen dem, was ich sage – sondern wegen meinem Erfolg.»

Rickis kontroverse Show sehen Sie hier.

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