Aktualisiert 03.07.2014 11:54

Testfahrerin

Susie hat einen dicken Hals

Vorhang auf für Susie Wolff: In Silverstone wird die 31-jährige Schottin erstmals ein Formel-1-Freitagstraining bestreiten. Ihr Ziel bleibt ein Platz in der Startaufstellung.

von
Sandro Compagno

Ein PR-Gag? Oder ein ernsthafter Versuch? Noch ist die Fachwelt uneins, was sie vom Auftritt von Susie Wolff im Williams halten soll. An den Young Drivers Days in Silverstone wurde die Schottin vor einem Jahr von Williams schon einmal eingesetzt. «Make sure you don't mess it up - schau, dass du es nicht vermasselst», habe ihr Ehegatte damals zu ihr gesagt, erzählt Susie Wolff lachend. Ihr Ehegatte, das ist Toto Wolff, Motorsportchef bei Mercedes GP.

Von 2006 bis 2012 hatte Susie Wolff sieben unauffällige Jahre in der DTM verbracht. Oft mit unterlegenem Material unterwegs, fuhr sie nur selten in die Punkte. Trotzdem wurde sie Testfahrerin bei Williams-Martini-Racing. Jetzt folgt der nächste Schritt. Das Freitagstraining ist für Susie Wolff ein Zwischenziel, mehr nicht. «Ich will in die Startaufstellung», sagt die Schottin entschlossen, «ich bin auf dem richtigen Weg.»

Männliche Konkurrenz überrascht

Mut gemacht haben ihr die Leistungen vor einem Jahr in Silverstone. Es war nicht einmal die Rundenzeit, die für Susie Wolff entscheidend war, obwohl sie nur rund 2 Sekunden auf Weltmeister Sebastian Vettel verlor, es war vielmehr die Anzahl Runden, die sie absolvierte: «Manche dachten, ich schaffe 10 Runden, andere sprachen von 20.» Am Schluss spulte Susie Wolff 89 problemfreie Runden ab.

Dafür habe sie hart gearbeitet, erzählt die 31-Jährige: «Meine Nackenmuskulatur ist mittlerweile derart ausgeprägt, dass ich meine Haare nur noch offen tragen kann. Binde ich sie zusammen, wirkt mein dicker Hals extrem unproportioniert.»

Am Freitag in Silverstone werden die Augen der Motorsportwelt auf Susie Wolff gerichtet sein. Erstmals seit 1992 bewegt eine Frau einen Formel-1-Wagen an einem Rennwochenende. Die Zeit und das Reglement arbeite für das weibliche Geschlecht, meint Susie Wolff: «Die Autos sind heute physisch weniger anstrengend. Und: Die Piloten werden immer kleiner und leichter.» Ein Reglement also wie geschaffen für die zierliche Blondine.

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