Aktualisiert 20.10.2006 10:01

Suva kürzt waghalsigem Kajakfahrer Leistungen

Ein Kajaksprung aus sieben Metern Höhe ins Wasser stellt ein Wagnis dar. Deshalb muss die Suva einem Mann, der sich bei einer solchen Aktion verletzt hatte, nicht volle

Die Unfallversicherung hat dem Kajakfahrer deshalb zu Recht die Geldleistungen um 50 Prozent gekürzt, wie aus einem heute veröffentlichten Urteil des Eidgenössischen Versicherungsgerichts hervorgeht.

Mitte September 2004 sprang ein Kajakfahrer von der alten Aarebrücke in Olten in die Aare. Weil er nicht wie vorgesehen in einem Winkel von 45 Grad, sondern flach mit dem Kajakboden auf die Wasseroberfläche knallte, verletzte sich der Kajakfahrer am Rücken und musste sich mehrere Wochen behandeln lassen.

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) anerkannte grundsätzlich ihre Leistungspflicht für diesen Vorfall, kürzte aber die Geldleistungen wegen Vorliegens eines Wagnisses um 50 Prozent.

Das Eidgenössiche Versicherungsgericht hat jetzt diese Leistungskürzung wie bereits zuvor das Solothurner Verwaltungsgericht geschützt. Wer bei der Ausübung einer Sportart aussergewöhnliche Gefahren oder Wagnisse eingeht, dem können laut Artikel 39 des Unfallversicherungsgesetzes die Leistungen gekürzt oder gänzlich verweigert werden.

Für die Bundesrichter in Luzern war der spektakuläre Sprung von der Holzbrücke in die Aare, den bisher nur ganz wenige Kajakfahrer gewagt hatten, rechtlich gesehen ein Wagnis, weshalb die hälftige Leistungskürzung der SUVA berechtigt ist. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Kanu-Fahrer zuvor im Rahmen eines Trainings mehrere Sprünge vom fünf Meter Turm in der Badeanstalt erfolgreich bewältigt hatte. Laut dem Urteil aus Luzern spricht einiges dafür, dass der spektakuläre Sprung von der imposanten Holzbrücke in der Abenddämmerung nicht bloss zu Trainingszwecken ausgeführt wurde, sondern dass ein so genannter «Stunt» beabsichtigt war. (dapd)

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