Aktualisiert 17.06.2011 11:42

VersicherungenSuva senkt Prämien für 2012

Die Suva setzt 2012 die Prämien für die Berufs- und Nichtberufsunfallversicherung um durchschnittlich sieben Prozent tiefer an. Dies nach einer Gewinnsteigerung im letzten Jahr.

Die Suva hat im Jahr 2010 den Gewinn von 188,2 Mio. Fr. auf 244,4 Mio. Fr. gesteigert und den Deckungsgrad von 118 auf 121 Prozent erhöht. Sie wird deshalb 2012 die Prämien für die Berufs- und Nichtberufsunfallversicherung im Schnitt um 7 Prozent senken.

Wie hoch die effektiven Prämien 2012 seien, hänge vom Risiko des Betriebes und der Branche ab, sagte Ulrich Fricker, Vorsitzender der Suva-Geschäftsleitung, am Freitag vor den Medien in Luzern. Er geht davon aus, dass die Prämien für über 80 Prozent der Betriebe sinken.

Die Suva beziffert das Volumen dieser fünften Prämiensenkung in Folge auf rund 275 Mio. Franken. Dies sei ein Beitrag an den Industriestandort Schweiz, sagte Fricker.

Möglich wird die Prämiensenkung nach Angaben der Suva nicht zuletzt dank einer überdurchschnittlich Anlageperformance von 5,6 Prozent. Finanzchef Ernst Mäder bezeichnete die Kapitalanlagen als «dritten Prämienzahler», der langfristig rund 30 Prozent der Versicherungsleistungen finanzieren werde.

Positiv wirkten sich ferner die rückläufigen Rentenkosten, die erfolgreichen Wiedereingliederungsmassnahmen, die Prävention und eine rigorose Kostenkontrolle auf die Finanzlage aus.

Höhere Prämieneinnahmen trotz Prämiensenkung

Trotz tieferen Prämien stiegen im Jahr 2010 die Prämieneinnahmen um 2,0 Prozent auf 4,3 Mrd. Franken. Die Suva profitierte davon, dass in der Baubranche Hochkonjunktur herrschte. Die Versicherungsleistungen nahmen verhältnismässig schwach um 0,7 Prozent zu und beliefen sich auf 3,9 Mrd. Franken.

Zum Gewinn von 244 Mio. Fr. trug die Risikorechnung 172 (2009: 123) Mio. Fr. bei. Mäder betonte, dass alle Suva-Versicherungszweige Überschüsse erwirtschafteten. Die Zinsrechnung schloss mit 70 (56) Mio. Fr. im Plus, die Verwaltungskostenrechnung mit 2 (10) Mio. Franken.

Mehr Berufsunfälle, weniger Invalide

Die Zahl der Berufsunfälle nahm im letzten Jahr um 3,7 Prozent auf 181'868 zu. Die Suva führt dies darauf zurück, dass weniger Betriebe auf Kurzarbeit gesetzt waren als 2009. Zudem fielen viele Feiertage auf Wochenenden, das heisst es wurde mehr gearbeitet.

Um 16 Prozent auf 2919 gestiegen sind Berufskrankheitsfälle. Auffallend ist hier, dass es im Gesundheitswesen viel mehr Schnitt- und Stichverletzungen mit möglichen Infektionen gegeben hat. Die Nichtberufsunfälle blieben konstant, währen die Zahl der Unfälle von Arbeitslosen konjunkturbedingt zugenommen hat.

Insgesamt bewirtschaftete die Suva 458'894 Schadenfälle, was einem Plus von 2,2 Prozent entspricht. Die Zahl der neu gesprochenen Invalidenrenten fiel dagegen um 3,5 Prozent auf ein Rekordtief von 1978. Seit 2003 konnten hier die Kosten nahezu halbiert werden.

2011 dürfte für die Suva versicherungstechnisch ein gutes Jahr werden. Es gibt aber auch Ungewissheiten, etwa die Auswirkungen der Staatsverschuldungen auf die Finanzmärkte oder die Folgen des starken Frankens auf die Konjunktur. (sda)

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